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Auf die Zusammensetzung kommt es an - heterogene oder homogene Teams in der Produktentwicklung


Cross-Functional-Teams werden hoch gepriesen. Aus der Zusammenarbeit von Experten verschiedener Abteilungen bzw. Wissenschaftsdisziplinen in gemeinsamen Projektteams erhoffen sich Unternehmen Innovationen in der Produktentwicklung und daraus resultierende hohe wirtschaftliche Erfolge .
Diese Hoffnung muss relativiert werden. Ob ein Cross-Functional-Team erfolgreich ist oder nicht, scheint an bestimmte Voraussetzungen gebunden zu sein, wie Untersuchungen belegen. Auf Grundlage von 17.000 Patenten wurden die aus Innovationen resultierenden wirtschaftlichen Erfolge und die Zusammensetzung der Entwicklungsteams untersucht.
Dabei kam es zu folgenden Ergebnissen:
1.    Der finanzielle Wert der von Cross-Functional-Teams hervorgebrachten Innovationen liegt im Durchschnitt unter dem Wert der Innovationen aus Standard-Arbeitsgruppen.
2.    Je größer der Abstand der beteiligten Disziplinen ist, desto geringer wird die durchschnittliche Qualität - gemessen am Markterfolg - der hervorgebrachten Ergebnisse.
3.    Aber: gelungene Produktentwicklungen von Cross-Functional-Teams - obwohl sehr rar - haben außergewöhnlich hohe Markterfolge. Größer als die erfolgreichsten Innovationen der konventionellen Teams.

Das heißt, es gibt eine inverse Beziehung zwischen den wirtschaftlichen Erfolgen von Innovationen und der Heterogenität, bzw. Homogenität der beteiligten Disziplinen:
- Wenn die Heterogenität der Entwicklungsgruppe steigt, sinkt der Durchschnittswert der Innovationen, bedingt durch die steigende Zahl der Misserfolge.
- Demgegenüber steigt aber die Wahrscheinlichkeit, dass wenn die Produktentwicklung erfolgreich ist, sie einen überdurchschnittlichen wirtschaftlichen Erfolg nach sich zieht.

Daraus lassen sich für Unternehmen folgende Schlüsse ziehen:
- Wenn bei moderatem Risiko, durchschnittliche wirtschaftliche Erfolge erzielt werden sollen, dann ist es ratsam homogene Entwicklungsteams zu bilden.
- Wenn man sich das Risiko leisten kann, auf „den“ Durchbruch, „die“ Innovation hinzuarbeiten, dann ist es ratsam mit heterogenen Entwicklungsteams zu arbeiten.
Die Chance auf eine erfolgreiche Arbeit mit Cross-Functional-Teams kann durch das Beachten  folgender Punkte verbessert werden:
1.    Je etablierter und erforschter die Wissenschaftsdisziplinen sind, desto höher die Wahrscheinlichkeit eines Erfolgs. So vereinen sich in den Erfolgen der Nanotechnologie fünfzig Jahre Erfahrung der Chip-Herstellung mit hunderten Jahren Erfahrung in den mechanischen Technologien.
2.    Es ist erfolgversprechender, Experten mit tiefen Kenntnissen ihrer Disziplin zusammenzubringen - gleichgültig wie weit entfernt diese Disziplinen auseinanderliegen - als Mitarbeiter mit breiter aber flacher Expertise. Zwar stehen die Experten mit Tiefenwissen ihrer Disziplin einer Kooperation mit anderen Disziplinen u.U. skeptisch gegenüber, dennoch sind sie diejenigen, die das tiefste Verständnis für die Annahmen und Phänomene ihrer Disziplin mitbringen.
Ein Cross-Functional-Team mit breiter aber flacher Expertise ist zwar in der Lage ein weiteres Terrain potenzieller Möglichkeiten zu identifizieren, aber die Wahrscheinlichkeit, dass daraus praktische Synergien entstehen ist gering.

Jörg Latuske
www.kommunikationsarchitektur.com


Firmenname : kommunikationsarchitektur
Kontaktperson : Jörg Latuske
Tel : +49 (0)30 7676 8280
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