Bosco lebte von 1793 (Turin) -1863 (bei Dresden). Unklar bleibt, wo er die Zauberkunst erlernt hat und wann er das erste Mal vor ein Publikum trat. Seine grosse Geschicklichkeit hat ihm bis heute zu großer Berühmtheit verholfen. 1822 konnte er seine Zauberkunst vor dem preußischen König beweisen und 1823 vor Alexander von Russland. Weite Kreise des internationalen Adels zeigten ein großes Interesse an seiner Zauberkunst. Er war wohl auch ein Künstler seines Fachs. Sein grosser Erfolg lag vermutlich nicht an seinem anziehenden Äußeren, denn B. Bosco wird als nicht sonderlich attraktiv, eher klein und gedrungen beschrieben. Sein Erfolg lag wohl eher an der großen Leidenschaft, die er der Zauberkunst entgegenbrachte und seiner wohl überdurchschnittlichen Geschicklichkeit. Er war ein Meister seines Metiers, und benötigte fast nur seine Hände zur Ausführung seiner Zauberkunst.
Ursprünglich hatte der Zauberkünstler eine ganz andere Karriere für sich geplant. Er wollte Offizier im Heer Napoleons werden. Er kam jedoch in russische Kriegsgefangenschaft und soll deshalb nach Sibirien gebracht worden sein. Angeblich hat seine Zauberei auch dort große Begeisterung hervorgerufen. Er soll nach der Gefangenschaft zunächst Medizin studiert und dann als Zauberkünstler Europa und den vorderen Orient bereist haben. Besonders in der Ausführung des „Becherspiels" soll er ein wirklicher Künstler gewesen sein. Eine andere Spezialität des Zauberes war die „fliegende Karo-As". Der Trick begannt damit, dass er jemanden aus dem Publikum eine Karte ziehen liess, die er selbst nicht sehen konnte. Diese Karte wurde dann zerrissen. Er lief sodann, von seinem Zauberstab gelenkt im Zuschauerraum durch die Menge und gelangte zu einem Zuschauer, den er dann anwies die Karo-As aus seiner Hosentasche zu holen. Der verblüffte Zuschauer zog genau diese Spielkarte aus der Hosentasche und das Publikum war sehr überrascht. Dass der Herr aus dem Publikum ein eingeweihter Helfer war, schien damals noch nicht so leicht vermutet worden sein.
Der Zauberer führte sein Handwerk noch bis ins hohe Alter aus. Eine Bronze-Tafel wurde ihm zu Ehren an seinem 100. Todestag an seinem Grab in Dresden angebracht.