Bögen wurden schon in der Urzeit entdeckt und sozusagen erfunden. Sie waren direkt nach dem Feuer die wohl wichtigste Erfindung der Urmenschen. Man hat auf Höhlenmalereien Bilder von Bogen und Pfeil entdeckt. Durch die Ägypter wurden Bogen und Pfeil auf der ganzen Welt verbreitet. Und heute werden sie noch von vielen Naturvölkern für die Jagt benutzt und bei uns werden Bögen im Sport verwendet. Um 1500 vor Christus wurden die Recurvebögen erfunden. Diese werden meist aus Rattan gebaut.
Rattan wird zum Beispiel in Indonesien abgebaut. Dafür werden meist 2 Arbeiter gebraucht. Einer der beiden Arbeiter klettert auf den hohen Baum, um den sich die Rattanpflanze gewunden hat und zieht den Spross heraus. In der Zeit zieht der 2te Arbeiter die Rattanpflanze hinunter oder fängt die Stücke. Nach dem er das getan hat schneidet er sie in Stücke, damit man sie leichter transportieren kann. Um Pilzbefall vorzubeugen werden die Stücke meist noch direkt vor Ort mit einem Fungizid bestrichen. Danach gehen diese zur Verarbeitung oder in den Export, zum Beispiel für den Bogenbau. Nach 5 bis 7 Jahren ist der Stengel am Boden wieder nachgewachsen.
In Oberfranken wird Peddigrohr, ein Holz der lianenartig wachsenden südostasiatischen Rotangpalme, traditionell zur Korbmöbelherstellung verwendet. Das Material wird in dieser Region für seine äußerst gute Widerstandsfähigkeit, gepaart mit Elastizität, sehr geschätzt. In der deutschen Korbstadt Lichtenfels in Oberfranken werden aber nicht nur Korbmöbel daraus hergestellt, es entstehen auch Lang- und Recurvebogen.
Wenn man einen Bogen selber herstellt, dann fängt man an mit dem Rohstoff, dem Rattanrohr. Man zeichnet den Griff und die Form des Bogens ein und fängt an diese aus zu schneiden. Dabei passt man die Länge und so weiter an. Durch die vorgehensweise wird das Holz stark beansprucht und muss später auch noch halten und darf nicht brechen. Deswegen verwendet man auch nur gute Materialien beim Bogenbau und hierbei kommt Rattan in das Spiel. Es ist nicht nur sehr langlebig und äußerst stabil, sondern auch gut zu verarbeiten. Man kennt es heutzutage eher beim Möbel und Korbwarenbau. Dort erfreut sich das Material schon hoher Beliebtheit. Es sieht nicht nur gut aus und ist besonders geeignet um es zu flechten und sagt aus, dass es sehr Elastisch ist und damit kommen wir auch wieder zum Bogen. Wenn man einen Bogen hat, braucht man eine hohe Elastizität.
Trotz der hohen Stabilität müssen Bögen auch Biegefest sein, dies bedeutet, dass sich das Holz dem Durchgebogen werden widersetzen kann. So etwas schafft nur ein stabiles und sehr robustes Holz. Rattan ist es, es ist Biegefest und Elastisch zu gleich, weil wenn ein Holz zu weit gebogen wird, dann bricht es. Aber man muss den Bogen weit durchziehen, um eine hohe Zugkraft zu erlangen, diese braucht um den Pfeil weit genug schießen zu können. Aber es muss auch eine gewisser widerstand herrschen und damit kommt wieder die Biegefestigkeit ins Spiel.
Rattan ist eine Art Holz die sehr leicht zu bearbeiten und zu formen ist. Dadurch wird es wie schon gesagt noch beliebter beim Bogen bau. Man kann auch sehr leicht Schnitzereien und ähnliche Dinge hinzufügen.