Juan Carlos I., so heißt der amtierende spanische König; dies ist allerdings nur eine Kurzform: Juan Carlos Alfonso Víctor María de Borbón y Borbón-Dos Sicilias, so sein vollständiger Name.
Damit wird auch schon seine Zugehörigkeit zum Herrscherhaus der Bourbonen, spanisch Borbón, deutlich. Bei dieser Dynastie handelt es sich um eine nach dem Herrschaftssitz Bourbon-l´Archambault, im heutigen Departement Allier, benannte Seitenlinie der Kapetinger. Als Gründer gilt der Graf Ludwig I. von Clermont (1270-1342), ein Enkel Ludwigs IX. von Frankreich, der 1327 zum Herzog von Bourbon erhoben wurde. Die auf seine Söhne zurückgehenden Hauptlinien, inzwischen längst erloschen, teilten sich wiederum in zahlreiche Nebenlinien auf. Eine davon ist die Linie Bourbon-Anjou, begründet 1700 in Spanien von Philipp V. Diese Linie hält, von einigen Unterbrechungen abgesehen, seitdem den spanischen Thron inne, was aber nicht immer zum Wohl des Landes ausreichte.
Philipp V. wurde 1683 in Versailles als Sohn Louis de Bourbons, des "Gran Dauphin", geboren, war also ein Enkel des legendären französischen "Sonnenkönigs" Ludwig XIV. Als 1700 die spanische Linie der Habsburger mit Karl II. ausstarb, trat Philipp dessen Erbe als spanischer König an, das er aber erst noch im Spanischen Erbfolgekrieg durchsetzen musste. Im Frieden von Utrecht 1713 wurde sein Königtum zwar anerkannt, aber aus Kastilien, Aragonien und die amerikanischen Gebiete beschränkt. Philipps Flottenbauprogramm führte dazu, dass Spanien um die Mitte des 18. Jahrhunderts wieder eine der stärksten Seemächte in Europa wurde. Seinem Geburtsort Versailles setzte er ein Denkmal in Form des Schlosses La Granja de San Ildefonso mit seinen herrlichen Gärten; hier wurde der König auch beigesetzt. 1724 dankte er zugunsten seines ältesten Sohnes Ludwig I. ab; da dieser aber bereits wenige Monate später starb und die weiteren Söhne zur Regierungsübernahme noch zu jung waren, übernahm Philipp V. erneut den Thron und behielt ihn bis zu seinem Tode im Jahre 1746 inne.
Ferdinand VI., der vierte Sohn König Philipps V. und dessen erste Gemahlin Maria Luisa von Savoyen, folgte seinem Vater am 10. August 1746 auf den Thron. Er galt als wohlwollend, aber schwach, er überließ die Regierung seinen Günstlingen, wozu auch der Kastrat Farinelli gehörte. Nach dem Tod seiner Gemahlin Maria Barbara von Portugal im Jahr 1758 zog sich Ferdinand völlig zurück und starb kinderlos am 10. August 1759.
Nachfolger war sein Halbbruder Karl III., der älteste Sohn von Philipps V. und dessen zweiter Gemahlin Elisabetta Farnese (Isabel de Farnesio). Er regierte von 1735 bis 1759 in Neapel und Sizilien und von 1759 bis 1788 in Spanien. Er drängte den Einfluss der Kirche zurück, verbannte die Jesuiten aus Spanien, und unter seiner Herrschaft erlebte Spanien einen wirtschaftlichen Aufschwung, der zu einem beträchtlichen Anstieg der Bevölkerungszahl von 6 Millionen auf 10,5 Millionen führte.
Karl IV., der zweite Sohn von Karl III. und seiner Gemahlin Maria Amalia von Sachsen, regierte nominell bis 1808, überließ tatsächlich aber die Herrschaftsaufgaben seiner Gattin und seinem Günstling Godoy.
Bereits im Jahre 1807 hatte Ferdinand VII., Sohn Karls IV. und Gegner Godoys, aus Sorge, von der Thronfolge ausgeschlossen zu werden, Verbindungen mit dem damaligen französischen Gesandten in Madrid angeknüpft und hatte in einem Schreiben an Napoleon I. den Wunsch geäußert, sich mit der ältesten Tochter Lucian Bonapartes zu vermählen. Als es dann im März 1808 in Aranjuez zu einem Volksaufstand gegen Godoy und zugunsten Ferdinands kam, woraufhin Karl IV. seinem Sohn die Krone übergab. Napoleon zwang allerdings bereits wenige Wochen später die spanischen Bourbonen zum Thronverzicht und setzte seinen ältesten Bruder Joseph als König von Spanien ein, was den Spanischen Unabhängigkeitskrieg auslöste. Nach dem Sturz seines Bruders emigrierte Joseph Bonaparte 1813 in die USA. Im folgenden Jahr kehrte Ferdinand VII. nach Spanien zurück, wo er mit Begeisterung empfangen wurde. Mit Hilfe Frankreichs stellte er ab 1823 die absolute Monarchie in Spanien wieder her.
1830 hatte Ferdinand seine einzige Tochter Isabella II. im Rahmen einer Pragmatischen Sanktion unter Abschaffung der Salischen Erbfolge und Rückkehr zur alten spanischen Erbfolge als Thronerbin bestimmt. Die Salische Erbfolge sah die Thronfolge von Frauen nur dann vor, wenn männliche Thronerben auch in keiner Seitenlinie mehr vorhanden waren. Philipp V. hatte diese Thronfolgeregelung am 1713 auf Druck der übrigen europäischen Mächte nach dem Ende des Spanischen Erbfolgekriegs eingeführt. Damit sollte verhindert werden, dass die beiden bourbonischen Kronen Spaniens und Frankreichs in einer Hand vereinigt werden konnten.
Dieser verhängnisvolle Entschluss Ferdinands, die alte kognatische Erbfolge wieder herzustellen, sollte Spanien für Jahrzehnte destabilisieren, da sein Bruder Carlos dies als Raub seiner Thronansprüche ansah und umgehend nach Ferdinands Tod den ersten von mehreren Carlistenkriegen lostrat, um Isabella vom Thron zu vertreiben.
Ferdinand VII. starb im September 1833, Monarchin wurde nun seine zweijährige Tochter Isabella II. unter Vormundschaft ihrer Mutter María Cristina von Sizilien. Gegen die Empörung der Anhänger des von der Thronfolge ausgeschlossenen Don Carlos (1788–1855), sicherte die Königinmutter durch ihre Verbindung mit den liberalen Parteien ihrer Tochter den Thron; 1840 verließ sie Spanien, blieb jedoch Königin von Spanien.
Isabella wurde 1843 im Alter von 13 Jahren durch Beschluss der Cortes für mündig erklärt und regierte bis zu ihrem Sturz am 26. September 1868 im Zeichen heftiger Parteikämpfe und häufiger Kabinettswechsel. Im Juni 1870 verzichtete sie auf die Krone zugunsten Ihres Sohnes Alfons XII., nachdem sie bereits seit 1868 im Exil in Frankreich lebte. Sie starb am 9. April 1904 in Paris.
Es sollte aber noch bis zum Jahre 1874 dauern, ehe mit der bourbonischen Restauration Alfons XII. den spanischen Thron besteigen konnte; zuvor bestand die Regentschaft Francisco Serranos, die dreijährige Regierung König Amadeus I. aus dem Hause Savoyen sowie die Zeit der ersten Republik.
Nach dem Niedergang der Ersten Republik 1874 wurde nach einem Staatsstreich des Generals Arsenio Martínez Campos im Januar 1875 der Sohn Isabellas II., Alfons XII. gekrönt. Er starb am 25. November 1885, die Regentschaft wurde von seiner zweiten Frau Maria Christina von Habsburg-Lothringen übernommen und bis 1902, bis zum Regierungsantritt ihres gemeinsamen Sohnes Alfons XIII., der erst nach dem Tode seines Vaters geboren wurde, weitergeführt.
1923 errichtete Primo de Rivera mit Billigung Alfons XIII. eine Militärdiktatur (bis 1930), nach dem Wahlsieg der republikanischen Parteien verließ Alfons 1931 das Land, ohne abgedankt zu haben.
Für Spanien brach nun die Zeit der Zweiten Republik (1931-1939) und der Franco-Diktatur (1939-1975) an. Nach dem Tode des Diktators bestieg mit Juan Carlos I., einem Enkel Alfons XIII., wieder ein Bourbone den spanischen Thron, und nach einer mittlerweile 30jährigen Regierungszeit kann man sagen, er beweist bei der Regierung seines Landes ein besseres Geschick als viele Vorgänger aus seiner Dynastie.
Damit wird auch schon seine Zugehörigkeit zum Herrscherhaus der Bourbonen, spanisch Borbón, deutlich. Bei dieser Dynastie handelt es sich um eine nach dem Herrschaftssitz Bourbon-l´Archambault, im heutigen Departement Allier, benannte Seitenlinie der Kapetinger. Als Gründer gilt der Graf Ludwig I. von Clermont (1270-1342), ein Enkel Ludwigs IX. von Frankreich, der 1327 zum Herzog von Bourbon erhoben wurde. Die auf seine Söhne zurückgehenden Hauptlinien, inzwischen längst erloschen, teilten sich wiederum in zahlreiche Nebenlinien auf. Eine davon ist die Linie Bourbon-Anjou, begründet 1700 in Spanien von Philipp V. Diese Linie hält, von einigen Unterbrechungen abgesehen, seitdem den spanischen Thron inne, was aber nicht immer zum Wohl des Landes ausreichte.
Philipp V. wurde 1683 in Versailles als Sohn Louis de Bourbons, des "Gran Dauphin", geboren, war also ein Enkel des legendären französischen "Sonnenkönigs" Ludwig XIV. Als 1700 die spanische Linie der Habsburger mit Karl II. ausstarb, trat Philipp dessen Erbe als spanischer König an, das er aber erst noch im Spanischen Erbfolgekrieg durchsetzen musste. Im Frieden von Utrecht 1713 wurde sein Königtum zwar anerkannt, aber aus Kastilien, Aragonien und die amerikanischen Gebiete beschränkt. Philipps Flottenbauprogramm führte dazu, dass Spanien um die Mitte des 18. Jahrhunderts wieder eine der stärksten Seemächte in Europa wurde. Seinem Geburtsort Versailles setzte er ein Denkmal in Form des Schlosses La Granja de San Ildefonso mit seinen herrlichen Gärten; hier wurde der König auch beigesetzt. 1724 dankte er zugunsten seines ältesten Sohnes Ludwig I. ab; da dieser aber bereits wenige Monate später starb und die weiteren Söhne zur Regierungsübernahme noch zu jung waren, übernahm Philipp V. erneut den Thron und behielt ihn bis zu seinem Tode im Jahre 1746 inne.
Ferdinand VI., der vierte Sohn König Philipps V. und dessen erste Gemahlin Maria Luisa von Savoyen, folgte seinem Vater am 10. August 1746 auf den Thron. Er galt als wohlwollend, aber schwach, er überließ die Regierung seinen Günstlingen, wozu auch der Kastrat Farinelli gehörte. Nach dem Tod seiner Gemahlin Maria Barbara von Portugal im Jahr 1758 zog sich Ferdinand völlig zurück und starb kinderlos am 10. August 1759.
Nachfolger war sein Halbbruder Karl III., der älteste Sohn von Philipps V. und dessen zweiter Gemahlin Elisabetta Farnese (Isabel de Farnesio). Er regierte von 1735 bis 1759 in Neapel und Sizilien und von 1759 bis 1788 in Spanien. Er drängte den Einfluss der Kirche zurück, verbannte die Jesuiten aus Spanien, und unter seiner Herrschaft erlebte Spanien einen wirtschaftlichen Aufschwung, der zu einem beträchtlichen Anstieg der Bevölkerungszahl von 6 Millionen auf 10,5 Millionen führte.
Karl IV., der zweite Sohn von Karl III. und seiner Gemahlin Maria Amalia von Sachsen, regierte nominell bis 1808, überließ tatsächlich aber die Herrschaftsaufgaben seiner Gattin und seinem Günstling Godoy.
Bereits im Jahre 1807 hatte Ferdinand VII., Sohn Karls IV. und Gegner Godoys, aus Sorge, von der Thronfolge ausgeschlossen zu werden, Verbindungen mit dem damaligen französischen Gesandten in Madrid angeknüpft und hatte in einem Schreiben an Napoleon I. den Wunsch geäußert, sich mit der ältesten Tochter Lucian Bonapartes zu vermählen. Als es dann im März 1808 in Aranjuez zu einem Volksaufstand gegen Godoy und zugunsten Ferdinands kam, woraufhin Karl IV. seinem Sohn die Krone übergab. Napoleon zwang allerdings bereits wenige Wochen später die spanischen Bourbonen zum Thronverzicht und setzte seinen ältesten Bruder Joseph als König von Spanien ein, was den Spanischen Unabhängigkeitskrieg auslöste. Nach dem Sturz seines Bruders emigrierte Joseph Bonaparte 1813 in die USA. Im folgenden Jahr kehrte Ferdinand VII. nach Spanien zurück, wo er mit Begeisterung empfangen wurde. Mit Hilfe Frankreichs stellte er ab 1823 die absolute Monarchie in Spanien wieder her.
1830 hatte Ferdinand seine einzige Tochter Isabella II. im Rahmen einer Pragmatischen Sanktion unter Abschaffung der Salischen Erbfolge und Rückkehr zur alten spanischen Erbfolge als Thronerbin bestimmt. Die Salische Erbfolge sah die Thronfolge von Frauen nur dann vor, wenn männliche Thronerben auch in keiner Seitenlinie mehr vorhanden waren. Philipp V. hatte diese Thronfolgeregelung am 1713 auf Druck der übrigen europäischen Mächte nach dem Ende des Spanischen Erbfolgekriegs eingeführt. Damit sollte verhindert werden, dass die beiden bourbonischen Kronen Spaniens und Frankreichs in einer Hand vereinigt werden konnten.
Dieser verhängnisvolle Entschluss Ferdinands, die alte kognatische Erbfolge wieder herzustellen, sollte Spanien für Jahrzehnte destabilisieren, da sein Bruder Carlos dies als Raub seiner Thronansprüche ansah und umgehend nach Ferdinands Tod den ersten von mehreren Carlistenkriegen lostrat, um Isabella vom Thron zu vertreiben.
Ferdinand VII. starb im September 1833, Monarchin wurde nun seine zweijährige Tochter Isabella II. unter Vormundschaft ihrer Mutter María Cristina von Sizilien. Gegen die Empörung der Anhänger des von der Thronfolge ausgeschlossenen Don Carlos (1788–1855), sicherte die Königinmutter durch ihre Verbindung mit den liberalen Parteien ihrer Tochter den Thron; 1840 verließ sie Spanien, blieb jedoch Königin von Spanien.
Isabella wurde 1843 im Alter von 13 Jahren durch Beschluss der Cortes für mündig erklärt und regierte bis zu ihrem Sturz am 26. September 1868 im Zeichen heftiger Parteikämpfe und häufiger Kabinettswechsel. Im Juni 1870 verzichtete sie auf die Krone zugunsten Ihres Sohnes Alfons XII., nachdem sie bereits seit 1868 im Exil in Frankreich lebte. Sie starb am 9. April 1904 in Paris.
Es sollte aber noch bis zum Jahre 1874 dauern, ehe mit der bourbonischen Restauration Alfons XII. den spanischen Thron besteigen konnte; zuvor bestand die Regentschaft Francisco Serranos, die dreijährige Regierung König Amadeus I. aus dem Hause Savoyen sowie die Zeit der ersten Republik.
Nach dem Niedergang der Ersten Republik 1874 wurde nach einem Staatsstreich des Generals Arsenio Martínez Campos im Januar 1875 der Sohn Isabellas II., Alfons XII. gekrönt. Er starb am 25. November 1885, die Regentschaft wurde von seiner zweiten Frau Maria Christina von Habsburg-Lothringen übernommen und bis 1902, bis zum Regierungsantritt ihres gemeinsamen Sohnes Alfons XIII., der erst nach dem Tode seines Vaters geboren wurde, weitergeführt.
1923 errichtete Primo de Rivera mit Billigung Alfons XIII. eine Militärdiktatur (bis 1930), nach dem Wahlsieg der republikanischen Parteien verließ Alfons 1931 das Land, ohne abgedankt zu haben.
Für Spanien brach nun die Zeit der Zweiten Republik (1931-1939) und der Franco-Diktatur (1939-1975) an. Nach dem Tode des Diktators bestieg mit Juan Carlos I., einem Enkel Alfons XIII., wieder ein Bourbone den spanischen Thron, und nach einer mittlerweile 30jährigen Regierungszeit kann man sagen, er beweist bei der Regierung seines Landes ein besseres Geschick als viele Vorgänger aus seiner Dynastie.
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