Die Bemühung hier auf die Besondere Situation eines zweitgeborenen Kindes einzugehen, so wie sie sich im Extrem darstellen könnte, dient dem Zweck eine gewisse Sensibilisierung und Aufklärung auf bestimmte, oft wenig beachtete Reaktionen durch Fokussierung und Übertreibung zu bewirken.
Selbstverständlich sind diese Ausführungen nicht erschöpfend, noch kann man sie auf alle letzten Kinder übertragen.
Das Nesthäkchen ist das unentthronte Kind – oder das ewig jüngste.
Es hat viele Schrittmacher, viele die noch nicht einmal theoretisch einholbar sind. Sie machen das Kind mutlos und lassen es Sonderwege suchen.
Es ist oft das am meisten verzärtelte Kind. Oft ist es zu viel und damit nicht geliebt, wird jedoch das versorgte Kind, das andererseits nicht ernst genommen wird.
Das „nicht ernst – genommenen – werden“ kann soweit führen, dass das jüngste Kind als Erwachsener bis ins Ausland flüchtet, um ohne die mitleidigen und tröstlichen Blicke der Geschwister zu leben.
Wenn einem Kind so viele Vor – Bilder gegenüber stehen, die letztlich immer erst in der Zukunft zu übertreffen sind, kann man schon ins Grübeln kommen, und genau das macht das jüngste, es denkt lange und präzise nach. Das Nesthäkchen ist naiv und lebensfroh, jedoch oft grübelnd und nachdenklich. Es ist lebensfremd und hat starke Auswanderungstendenzen. Darüber hinaus ist es prädestiniert, um Fehler bei anderen Menschen oder Strukturen zu erkennen.
Der jüngste Bruder kann ein eigenwilliger und launenhafter Charakter werden. Er kann seine Mitmenschen durch Leistungsfähigkeit beeindrucken. Er ist ein eher unregelmäßiger Arbeiter, manchmal hervorragend in seinen Leistungen, manchmal langsam, lustlos und unproduktiv. Er ist ein starker Stimmungsmensch und lässt sich leicht durch die Umwelt beeinflussen. Für eine Position als Leiter fehlt ihm die Standfestigkeit, der Gerechtigkeitssinn und die nötige Initiative.
Er lehnt sich unbewusst gern an Autoritäten an, wogegen es weibliche Untergebene es nicht leicht mit ihm haben, es sei denn sie bemuttern ihn etwas (meist ältere Frauen, Heirat aus Prinzip). Es kann durchaus sein, dass er wenig Disziplin und Ordnung hält (Chaos).
Er nimmt gern von anderen gibt aber auch bedenkenlos.
Nesthäkchen haben oft keinen Gürtel an sind nicht vollständig angezogen oder haben andere Kleidungsfehler, in jedem Falle ist ihnen nichts peinlich.
Das vierte Kind ist meist schon zu viel und wird zum Nesthäkchen.
Der Letztgeborene stottert oft, da er eigentlich nicht gewollt ist.
Dirk De Souza (Psychologe der PMI GmbH)