Der Afrikanische Affenbrotbaum (Adansonia digitata) prägt wie keine andere Pflanze die trockene Baumsavanne des afrikanischen Tieflandes südlich der Sahara. Der Baobab – wie der Baum noch genannt wird – zählt wohl zu den imposantesten Erscheinungen der afrikanischen Flora. Er charakterisiert diese Gegend des schwarzen Kontinents durch sein auffälliges Aussehen wie kein anderer Baum. Selbst die Menschen anderer Erdteile, die sich mit der Pflanzenwelt Afrikas nicht auskennen, haben vom Affenbrotbaum sicher schon mal gehört.
Der Baobab hat viele wichtige Aufgaben zu erfüllen. Tiere und Menschen nutzen den Baum in vielerlei Hinsicht. Die Elefanten erfreuen sich an der Fähigkeit des Baumes Wasser zu speichern. Sie brechen mit ihren Stoßzähnen die Rinde des Affenbrotbaumes auf und entfernen mit Hilfe des Rüssels die feuchten Fasern im Inneren des Baumes. Indem sie die Fasern zerkauen, können sie Feuchtigkeit gewinnen. Nicht selten kommt es vor, dass dadurch in den Bäumen so große Hohlräume entstehen, dass sie kollabieren.
Unzählige Tierarten finden Schutz beim großen Baobab. Er gilt als Wirtspflanze für unzählige Insekten. In den Baumkronen nisten sich viele Vögel ein, wie z.B. die Webervögel, Sperlingspapageien und Turmschwalben. Auch die Buschbabys finden in der Krone Schutz. Blauracken, Eisvögel, Schleiereulen, Nashornvögel, Langflügelpapageien und die Unzertrennlichen nutzen die Höhlen im Stamm und auch die Äste, um zu brüten. Die Früchte werden von den Vögeln ebenso gern gefressen wie von den Pavianen und Antilopen.
Doch nicht nur die Tiere laben sich am Baobab, sondern auch die Menschen. Die Bewohner der Kalahari-Wüste zapfen wie die Elefanten den Wasservorrat der Bäume an. So können sie ihren Bedarf an Flüssigkeit decken. Doch auch das Fruchtfleisch, die Samen, die Rinde, die Blätter und die Sprösslinge des Affenbrotbaums werden vom Menschen in vielerlei Hinsicht genutzt. Quasi jeder Teil des Baobabs wird medizinisch verwendet. Die Früchte werden gegen Infektionen und Krankheiten (z.B. Pocken oder Masern) eingenommen. Die Blätter wirken gegen Ruhr, Diarrhöe, Koliken und Magen-Darm-Entzündungen. Die Samen entgegen finden Verwendung als Herzmittel, bei Zahnschmerzen, Leberinfektionen und Malaria-Erkrankungen.