Erdwärme als Chance für Afrika
Die Auswirkungen der steigenden Ölpreise sorgen nicht nur in den reichen Industrieländern für Schwierigkeiten. Auch Länder der Dritten Welt und Schwellenländer spüren die Auswirkungen der sich abzeichnenden Energiekrise. Gerade für sie wäre es von größter Bedeutung, über Quellen billigen Stroms zu verfügen. Erneuerbare Energien, wie Sonnenenergie oder Windkraft bieten zwar eine Alternative. Allerdings sind die Techniken für die Landstriche in Afrika nur bedingt geeignet. Mit der Nutzung von Erdwärme bietet sich eine Möglichkeit, die geologischen Besonderheiten des schwarzen Kontinents zu nutzen. Speziell die Länder des ostafrikanischen Grabenbruchs haben eine billige Energiequelle quasi vor der Haustür. An einer so aktiven Bruchzone lohnt sich der Bau von Geothermie-Kraftwerken. Diese nutzen Erdwärme um Wasser zu erhitzen. Damit werden Turbinen angetrieben. Auf diese Art und Weise entsteht umweltfreundlicher Strom, mit dem sich Länder wie Kenia, Sambia, Äthiopien und Uganda von den herkömmlichen Energieträgern wie Öl und Gas unabhängig machen könnten. Erste Kraftwerke existieren bereits und haben den praktischen Nutzen dieser Energieform bewiesen. Das trotz allem die afrikanischen Nationen weiterhin von den fossilen Brennstoffen abhängig sind, liegt zu einem großen Teil an der mangelnden Bereitschaft ihrer Politiker. Anstatt den Fortschritt des eigenen Landes voran zutreiben und verstärkt auf Erdwärme zusetzen, legen die Regierung immer noch großen Wert auf prestigeträchtige Projekte, wie den Bau von Staudämmen. Diese schaffen zwar für kurze Zeit Arbeitsplätze, bringen aber in solch einem extremen Klima viele Nachteile mit sich. Das Beispiel des Assuan-Staudamms hat deutlich gezeigt, wohin solch kurzsichtige Politik am Ende führt. Mit dem Import von Öl sorgen die Politiker dafür, dass die Staatsverschuldung weiter steigt. Man muss sich also fragen, welche Interessen hier im Vordergrund stehen. Die Folgen dieser Politik sieht der Beobachter vor allem nachts. In über 80% der Haushalte bleibt es nach Sonnuntergang dunkel.
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