Mittlerweile vergeht kein Tag, an dem nicht irgendeine neue Meldung zu weiteren Abschreibungen namhafter Banken oder Investmenthäuser die Runde macht oder neue Auswirkungen der Finanz- und Kreditkrise bekannt werden. Da werden Kredit-Portfolios wertberichtigt, dass einem normalen Menschen allein beim Anblick der Summen schwindlig wird.
Teilweise ist schon von der Gefahr einer globalen Rezession die Rede, während wieder andere sagen, dass das Schlimmste schon hinter uns liegt. Aber egal, welche Ansicht man vertritt, eines ist klar: noch nie waren vor allem deutsche Anleger so panisch auf der Suche nach sicheren Anlageformen.
Ziemlich eindrucksvoll war dieser Trend an den Besucherzahlen einiger Projekte zu erkennen, welche sich mit Tagesgeldkonten oder Geldmarktfonds beschäftigen. Teilweise das doppelte Suchaufkommen verzeichneten etwa Projekte, wie sparbuch.info, auf welchem Anleger und Sparer gleichermaßen Informationen und Vergleiche zum Thema Tagesgeld, Festgeld und Sparbuch finden können. Derartige Anlageformen stehen immer dann im Mittelpunkt des Interesses, wenn die Kurse an den Weltbörsen auf breiter Front nachgeben. Bei so manchem Anleger sind in den vergangenen Monaten Stoppkurse gefallen und wurden Positionen zwangsaufgelöst.
In solchen Fällen nehmen immer mehr Anleger ihr verbliebenes Geld und legen es aus Angst vor weiteren Verlusten lieber zu festen Zinsen als Festgeld oder ebenso sicher aber variabel verzinst in Form von Tagesgeld an. Aber auch die als sicher geltenden Geldmarktfonds erfreuen sich in den letzten Wochen reger Beliebtheit, denn das Leitmotiv der meisten Anleger dürfte seitdem lauten: Hauptsache sicher!
Und so ist es kein Wunder, dass angesichts der täglich neuen Krisenmeldungen immer mehr Geld aus Aktien und Aktienfonds abgezogen und in Geldmarktfonds bzw. Tages- und Festgeld umgeschichtet wird.
Darüber hinaus entdecken deutsche Anleger den Devisenhandel (Forex) immer mehr für sich, und fangen über entsprechende Forex-Broker an, mit Währungen zu spekulieren, da diese langfristig schwerer zu manipulieren sind als etwa Aktienkurse.
Deutschen Anlegern kommt hierbei sogar noch die stabile Zinspolitik der EZB entgegen, denn anders als es die FED vergangene Woche getan hat, hat die EZB immer noch Zinssenkungspotenzial. Und so dürfte auch in den nächsten Wochen und Monaten der Ansturm auf alle als sicher geltenden Anlage- und Sparformen andauern.