Wie finanziere ich am besten mein Eigenheim? Diese Frage stellen sich täglich viele Menschen. Schlussendlich wird dann in der Regel der Gang zur Hausbank angetreten und der Kundenbetreuer bietet dann die Standardprodukte an – zu „besten“ Konditionen natürlich.
Die wenigsten Kreditnehmer wissen, dass es neben den klassischen Finanzierungsformen noch eine durchaus attraktive Alternative gibt, nämlich den so genannten Fremdwährungskredit.
Ein Blick auf die Leitzinsen im Euro-Raum, der Schweiz und Japan verrät, dass es nicht immer der klassische Euro-Kredit sein muss.
So gelten im Jänner 2007 die folgenden Leitzinssätze:
Japan: 0,4%
Schweiz 2,5%
Euro-Zone 4,5%
Kredite in Schweizer Franken oder Japanischen Yen aufzunehmen ist in den letzten Jahren immer populärer geworden. Sowohl in Japan als auch in der Schweiz liegen die Leitzinssätze bereits seit Jahren konstant unter den Leitzinsen der Europäischen Zentralbank. Die niedrigen Zinssätze erscheinen auf den ersten Blick verlockend, allerdings wird bei Fremdwährungskrediten immer auch eine Art Premium-Aufschlag verlangt. Zusätzliche Bearbeitungsgebühren und weitere Bankenspesen tun ihr übriges dazu um den Zinsvorteil schrumpfen zu lassen.
Abgesehen von solchen zusätzlichen Ausgaben haben Fremdwährungskredite noch einen weiteren entscheidenden Nachteil: Schwankungen von Leitzinsen oder Wechselkursen sind ein Risikofaktor und können den Fremdwährungskredit teuer machen. Nimmt man beispielsweise einen Fremdwährungskredit in Schweizer Franken auf und verliert der Euro gegenüber dem Schweizer Franken an Wert, so wird der Kredit unverhofft teuer.
Währungsspekulationen an der Börse können durchaus dazu führen, dass sich Wechselkurse stark verändern. Bekanntestes Beispiel stammt wohl aus dem Jahr 1992 als George Soros massiv gegen das Britische Pfund spekulierte und die Bank von England dazu brachte die eigene Währung abzuwerten. Natürlich können sich Veränderungen des Wechselkurses auch positiv auf die Kreditrückzahlung auswirken; rechnen sollte man damit jedoch auf keinen Fall.
Erwägt man ernsthaft einen Fremdwährungskredit aufzunehmen so sollte man sich darüber bewusst sein, dass man in gewisser Art und Weise damit selbst zum Spekulanten wird. Die Beobachtung von Wechselkurs- und Zinsschwankungen gehört ab dann zur wöchentlichen Pflicht. Wo Risiko ist dort lässt sich viel Geld verdienen (bzw. im Fall eines Fremdwährungskredites sparen), jedoch besteht gleichzeitig auch immer die Möglichkeit eines Verlustgeschäftes. Besitzt man selber nicht genug Wissen über Zusammenhänge in der Welt der Finanzen so sollte man sich vor der endgültigen Entscheidung Rat bei einem unabhängigen Finanzberater holen.