Medizin

Frühlingszeit ist Heuschnupfen-Saison


Zwölf Millionen deutsche Pollen-Allergiker leiden jedes Jahr unter verstopfte Nasen, entzündete Augen, Niesanfälle und Fließschnupfen. Das Immunsystem reagiert heftig auf Eiweißstoffe in Pollen von Gräsern, Sträuchern, Bäumen und Kräutern. Die typischen Allergiesymptome entstehen durch das Gewebshormon Histamin, welches der Körper zu viel ausschüttet. Dieses Hormon ruft Entzündungen hervor, die die Beschwerden auslösen.

Ab Mitte März setzen neben Erle und Hasel vor allem die Birken ihren Blütenstaub frei. Die Gräser- und Getreidepollen folgen dann von Mai bis Juli. Zuletzt kommen dann die Kräuter wie Brennnessel und Beifuss an die Reihe. Allerdings wird nach Experten-Meinung der Birkenpollenflug dieses Jahr ganz besonders stark ausfallen. Dies lässt die Natur alle zwei Jahre geschehen, um die Fortpflanzung zu verbessern.

Seit einigen Jahren nehmen auch die Allergien gegen Eschen-Pollen und das aus Amerika eingeschleppte Traubenkraut zu. Denn die Bäume bilden im wärmeren Klima mehr Blütenstaub. Um einen „Etagenwechsel“ der Allergie zu verhindern, ist es wichtig sie rechtzeitig zu behandeln. Denn aus Heuschnupfen in den oberen Luftwegen kann sich z. B. ein Asthma in den unteren Atemwegen entwickeln.

Immuntherapie

Ob und welche Pollen eine allergische Reaktion auslösen, ist bei jedem Menschen unterschiedlich, jedoch kann der Arzt dies durch spezielle Hauttests herausfinden. Eine Allergie-Impfung ist die beste Ursachen-Behandlung, da sie in 90 Prozent der Fälle hilft. Dazu gehören die Hypersensibilisierung und die spezifische Immuntherapie (SIT).

Bei der Hypersensibilisierung spritzt der Arzt das Allergen in ansteigender Dosierung unter die Haut. So kann sich der Körper in einer meist 3jährigen Behandlung langsam daran gewöhnen. Die spezifische Immuntherapie wird auch als Kurzzeit-Therapie angeboten, in der man vier Spritzen pro Saison bekommt. Diese haben das gleiche Ziel wie bei einer Hypersensibilisierung.  Die sublinguale Immuntherapie (SLIT) kommt dagegen ganz ohne Spritzen aus. Eine Lösung wird einmal täglich einige Minuten unter der Zunge (sublingual) gelassen, bevor man sie schluckt.

Linderung der Symptome

Durch Antihistaminika, in Form von Tabletten, Augentropfen oder Nasensprays, werden die typischen Allergie Beschwerden gelindert. Denn sie fangen das Histamin im Gewebe ab und fördern den Abtransport. Bei schweren, entzündlichen allergischen Reaktionen, wie einer Bindehautentzündung oder einer heftigen Nasenschleimhautschwellung, kann der Arzt Medikamente mit Cortison verschreiben.

Tipps für Heuschnupfen-Geplagte

Als Allergiker sollten Sie Ihre Wohnung zu bestimmten Tageszeiten lüften. In der Stadt Lebende von 6 bis 8 Uhr und auf dem Land Lebende von 19 bis 24 Uhr, da um diese Zeiten die wenigsten Pollen herumfliegen. Zusätzlich ist aber immer ein Pollengitter vor den Fenstern zu empfehlen. Versuchen Sie die Tageskleidung nicht im Schlafzimmer auszuziehen und waschen Sie Ihre Haare vor dem Schlafengehen. Auch ein Staubsauger mit speziellem Pollenfilter und TÜV-Prüfsiegel hilft beim Kampf gegen die Pollen.







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