Medizin

Gymnastikbälle in privaten Videos



Wer glaubt, einen Gymnastikball könne man nicht zweckentfremden, ist in unserer modernen Medienlandschaft noch nicht angekommen. Um einen Eindruck davon zu gewinnen, unter wie viel Langeweile vor allem jüngere Menschen – für die Rückenschmerzen noch kein Thema zu sein scheinen – heutzutage leiden müssen, braucht man nur einmal auf eine beliebte Internetseite mit privaten Videos zu gehen und dort als Suchbegriff „Gymnastikball“ einzugeben. Er wird mit Aufnahmen der absurdesten Verwendungen dieses einst durch und durch ernsthaften Rehabilitationsgerätes überrascht werden. Da hüpfen junge Menschen von ihrem Bett aus auf den Kunststoffball, der natürlich unter ihnen wegrollt, und stürzen lachend zu Boden. Na schön, so ähnlich würde sich ein Schimpanse im Zoo vermutlich auch verhalten, wenn man ihm die Gelegenheit dazu gäbe – nur dass der nach einigen schmerzhaften Versuchen wahrscheinlich aufgeben würde. Sehr beliebt bei unserer Jugend scheinen auch Sportarten wie Gymnastikball-Karambolage (auch als Gymnastikball-Challenge bekannt) zu sein, bei dem man aufeinander zu rennt und den Aufprall nur durch einen oder gelegentlich auch zwei Gymnastikbälle abmildert. Was übrigens für gewöhnlich ebenfalls dazu führt, dass die Teilnehmer am Boden liegen wie ein Boxer, der gerade ausgezählt wird. Zu wesentlich anderen Ergebnissen scheint auch der Versuch nicht zu führen, aus nächster Nähe mit einem solchen Gerät Kopfbälle gegen eine Wand zu schießen. Wer hätte gedacht, dass der zurückprallende Ball den „Sportler“ umschmeißt? Beim Rugbyspiel mit dem Gymnastikball hingegen bleibt zumindest die Mehrzahl der Spieler auf den Beinen, das ist ja schon mal etwas. Wer allerdings lange genug sucht, der findet tatsächlich auch Videos, die sich weniger mit der zerstörerischen als vielmehr mit der gesundheitsfördernden Natur des großen Kunststoffballs beschäftigen. Plötzlich wird man daran erinnert, dass man damit sinnvolle Übungen durchführen kann – und dass auch für die geistige Gesundheit unserer Gesellschaft noch Hoffnung besteht.
Kontaktperson : Andreas Mettler
E-Mail : presse@mettlerweb.de

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