Wenn von Haien die Rede ist, so drehen sich die Gedanken unwillkürlich um den Bekanntesten Vertreter seiner Art, dem Weißen Hai. Sicherlich, was der Löwe unter den Landtieren, das ist der Weiße Hai in der Unterwasserwelt, ein König der Meere. Leider ein König, dessen Art vom Aussterben bedroht ist. Doch Haie sind nicht gleich Haie. Über 350 Arten gibt es von ihnen, einige Meeresbiologen setzen die Artenzahl bei rund 400 Haiarten an. Wenn man ihre nächsten Verwandten, die Rochen hinzurechnet, so sind es um die 800 Arten, die einen gemeinsamen Stammbau besitzen. Haie und Rochen gehören gemeinsam zur Unterklasse der Plattenkiemer. Von den über 350 Haiarten sind durch schonungslose Verfolgung 11 Arten so im Bestand reduziert, dass sie in der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten stehen. Neben dem Walhai, dem Riesenhai und dem Gangeshai, gehört auch der Weiße Hai in diese Liste.
Als in besorgniserregendem Zustand von der Populationsstärke gelten etwa siebzig weitere Haiarten, die nach der Meinung von Meeresbiologen und Haischützern von der Internationalen Naturschutz Union auf die Rote Liste gesetzt und dem Washingtoner Artenschutzabkommen unterstellt werden müssten. Es liegen nur nicht genügend Daten vor, um einen statistischen Verlauf über die Zu- und Abnahme der Populationen dokumentieren zu können. Ein Hauptgrund für den Rückgang sehen Experten in der industriellen Fischerei, wobei die Zahl der jährlich getöteten Tiere von der UN Welternährungsorganisation FAO auf cirka 100 Millionen Haifische geschätzt wird.
Sicherlich es gibt sie, jährlich einige wenige Haiangriffe auf Menschen, die zuweilen auch tödlich enden. Doch hier werden Meldungen von den Medien hochgeschaukelt. Die Zahl der Haiangriffe mit tödlichem Ausgang, steht in keiner Relation zu sonstigen Gefahrensituationen im Leben. Gefahrensituationen, denen wir uns aussetzen, sobald wir die Haustür verlassen und die für uns tragisch enden könnten. Die Gefahr, von einem herabfallen Dachziegel erschlagen zu werden, ist auf jeden Fall um ein Vielfaches höher, als im Urlaub in einer intakten Umwelt an sonnigen Küsten einem Weißen Hai zu begegnen.