Mode

Halsuhren als Vorläfer von Armbanduhren



Sackuhren

In den Jahrzehnten nach 1600 werden die Halsuhren rasch von flacheren und runden Uhrgehäusen abgelöst, die bequemer benutzt und leicht in Taschen getragen werden konnten. Schon vor der Mitte des 17. Jahrhunderts beschränkt sich der Gebrauch des Emails nicht mehr auf die Füllung der Ziffern und kleine Ornamente, die ersten Kupfer- und Silbergehäuse werden von französischen und Genfer Künstlern mit vollendeten Emailmalerelen geschmückt. Jean Toutin (1578-1644) in Blois ist einer der ersten bekannten Künstler, der auf das weiß emaillierte Gehäuse Miniaturen malt. Nach der Mitte des Jahrhunderts werden besonders häufig in Genf Uhren gebaut, deren Gehäuse farbige Emailbilder tragen. Die berühmtesten Emailmaler sind die bis 1720 tätigen Mitglieder der Familie Huaud, deren künstlerische Tradition die Stadt zu einem Hauptort dieser Dekorationstechnik gemacht hat.

Dargestellt werden in dunkler Farbigkeit Porträts berühmter Zeitgenossen, etwa Ludwig XIII. und Richelleu, aber auch Miniaturkopien damals beliebter Bilder. Die Sack- und Taschenuhren mit solchen Darstellungen waren im Barock vielfach ein auszeichnendes Geschenk des Porträtierten oder auch Ausdruck einer persönlichen oder politischen Beziehung zu der abgebildeten Persönlichkeit. Emailmalerelen wurden damals nicht nur auf dem Gehäuse, sondern auch auf der Innenseite angebracht.

Während in Genf und in Frankreich immer kostbarer verzierte Uhren angefertigt werden, entstehen in England nach 1640 - vielleicht beeinflußt durch den nüchternen Geist des Puritanismus - schlichte und fast schmucklose Uhren, bei denen nur der kleine Kloben der Unrast durch Ranken und Blüten hervorgehoben wird. Deutschland hat spätestens seit dem Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges seine führende Stellung bei der Herstellung von Klein- und Großuhren, als Vorläufer von Herrenuhren und Damenuhren eingebüßt.


Firmenname : Handelsagentur Brigl
Kontaktperson : Thomas Brigl
E-Mail : info(@)trenduhren.com

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