Eine Überbehaarung an Oberlippe, Kinn und Wangen oder am ganzen Körper veranlasst zum Experimentieren mit Rasur, Wachs und Blondieren, um dem Problem selbst Herr zu werden.
Die oft starke seelische Belastung lässt die Betroffenen dann in eine Fachpraxis für dauerhafte und permanente Haarentfernung kommen.
Am Anfang der Therapie steht eine ausgiebige Anamnese. Ein Teil ist die Befundaufnahme des hormonellen Systems. Liegen Störungen im Hormonsystem vor, kann es zur vermehrten Haarproduktion kommen.
Hierbei muss man unterscheiden:
- Störungen der Eierstöcke
- Störungen der Nebennierenrinde
- Störungen außerhalb der Drüsen
Die am meisten auftretende Störung ist die PCO, beidseitig polyzystische belegte Eierstöcke. Dies führt zur vermehrten männlichen Hormonbildung. Hier liegen oft Menstruationsstörungen bei nicht vorhandenem Eisprung vor, Unfruchtbarkeit, Überbehaarung und Übergewicht. Es kann zu den bekannten Hautveränderungen, wie fette Haut, Akne, und Überbehaarung kommen.
Oft tritt mit einsetzten der Wechseljahre, wo die Östrogenproduktion als erstes nachlässt und ein relatives Übergewicht der männlichen Hormone vorliegt, Haarwuchs an Oberlippe, Kinn, Wangen und Hals auf. Eierstockstumore, Schwangerschaften oder das Absetzen der Anti-Baby-Pille können zu Haarwuchs führen. Gerne lassen die Betroffenen eine dauerhafte Haarentfernung in einer Fachpraxis dann durchführen.
Auch gibt es Störungen in der Nebennierenrinde. Liegt hier ein Enzymdefekt vor, kommt es durch verschiedene Regelmechanismen zur vermehrten Produktion von männlichen Hormonen. Zwischen dem 2.-5. Lebensjahr entwickeln sich dann schon die Scham- und Achselhaare. Um das 10. Lebensjahr entwickelt sich dann der Stimmbruch. Der Busen wird nicht entwickelt.
Außerhalb der Drüsen gleich in der Haut an den Haaren und Talgdrüsen kann eine Umwandlung von männlichen Hormonen in stärker wirkende Hormone stattfinden. Eine zu geringe Anzahl oder zu geringe Aktivität der Insulinrezeptoren führt zu zuviel Insulin. Dies wiederum kann zu einer vermehrten Produktion von männlichen Hormonen führen. Bei Veranlagung kann ein kleiner Bart entstehen.
Kommt es innerhalb von kurzer Zeit zu einem vermehrten Haarwuchs können Tumore an den Eierstöcken, Nebenniere oder im ZNS vorliegen, die Hormone produzieren.
Sollte ein Verdacht einer inneren Erkrankung vorliegen, sollte eine Labordiagnostik bei einem Hormonspeziallisten durchgeführt werden.
Bildgebende Ultraschalluntersuchungen beim Frauenarzt können die Diagnose unterstützen.
Bei einer Überbehaarung fallen allerdings die meisten Untersuchungen ohne Ergebnis aus.
Nach Erhebung der Anamnese und Haut- und Haarbestimmung wird ein Therapieplan erstellt. Die dauerhafte Haarentfernung kann begonnen werden.