Arbeit

illegale Gastarbeit und Schwarzarbeit in Deutschland



In Deutschland existiert neben dem regulären ersten und dem durch Arbeitnehmerüberlassung und Integrationshilfen geprägten zweiten Arbeitsmarkt ein dritter, der jedoch seitens des Staates weder gewünscht ist noch toleriert wird.

Die Schwarzarbeit in Deutschland und die illegale Beschäftigung ausländischer Bürger verursacht den Sozialkassen jährlich Verluste in dreistelliger Milliardenhöhe. Bundesweit sind daher spezielle Arbeitseinheiten der Landesarbeitsämter und des deutschen Zolls damit beauftragt, Schwarzarbeit bzw. illegale Beschäftigung im Allgemeinen durch Routinekontrollen aufzudecken und durch ihre Präsenz Arbeitgeber und Arbeitnehmer abzuschrecken, diese prekären Stellenangebote aufzugeben bzw. anzunehmen.

Auch auf kommunaler Ebene sind besondere Einheiten im Einsatz, die beispielsweise Transferleistungsbezieher auf illegale Beschäftigung überprüfen.

Schwarzarbeit besitzt einen eigenen Stellenmarkt in Deutschland. Selbstverständlich werden diese Stellen weder ausgeschrieben noch öffentlich angeboten. Vielmehr sind es quasi traditionelle Arbeitsverhältnisse, die von Saison zu Saison immer wieder vorbei an der Sozialversicherungspflicht mit Arbeitnehmern besetzt werden und oftmals Menschen aus dem Ausland anlocken, die dann für einige Monate, sei es bei der Ernte, im Handwerk, in der Gastronomie oder neuerdings auch in der häuslichen Pflege von älteren Menschen aushelfen. Dabei zahlen weder sie noch ihre Arbeitgeber in die Steuer- und Sozialkassen ein, was dem Staat erhebliche Einnahmeausfälle verursacht.

Gerade weil es sich bei diesen Arbeitsfeldern um oft kleinere und mittelständische Betriebe handelt, ist es schwierig, sie seitens der Behörden flächendeckend zu kontrollieren. Auch dass beispielsweise in der Gastronomie die illegal Beschäftigten eher in der Küche als an der Theke zu finden sind, erschwert die Arbeit des Zolls und anderer Behörden. Besonders anfällig für Schwarzarbeit sind weiterhin grenznahe Gebiete. Arbeiter aus dem Ausland pendeln oftmals und können aufgrund fehlender Grenzkontrollen damit ihrer illegalen Erwerbstätigkeit nachgehen.

Genauso sind große Baustellen immer wieder Stellen, an denen Schwarzarbeit nicht nur von Gastarbeitern aufgedeckt wird.

Neben diesen großen Feldern der Schwarzarbeit und illegaler Beschäftigung von Gastarbeitern gibt es die kleinen, dafür aber nicht weniger häufigen Fälle von Schwarzarbeit. Meist handelt es sich um Dienstleistungen im handwerklichen Bereich, wenn das Auto repariert oder die Wohnung geputzt, ausgeräumt bzw. tapeziert wird, ohne dabei fällige Sozialleistungen abzuführen. Diese spielen sich in der Regel in privaten Wohnungen ab und sind für die zuständigen Behörden gleichsam nicht zu überblicken. Der Stellenmarkt in Deutschland hat Bedarf an nicht speziell qualifizierten Arbeitskräften, die bestimmte Arbeiten annehmen und unter Tarif bezahlt werden. Damit sich diese prekären Beschäftigungsverhältnisse für beide Seiten lohnen, werden sie vergeben bzw. eingegangen, ohne den solidarischen Beitrag an Steuern und Sozialversicherungsabgaben zu leisten.

 

 

 

 


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