Reisen

Insel Ikaria


Reisebericht Insel Ikaría

Während unseres Urlaubes auf Samos im Sommer 2005 entschlossen wir uns kurzfristig, einen zweitägigen Abstecher zur Insel Ikaría zu machen. Am Abend besorgten wir uns in der Hafenstadt Pythagorion die Fährtickets und am nächsten Morgen ging es mit leichtem Gepäck auf zur Entdeckungsreise. Die Überfahrt mit einer der „Flying Dolphins“ (so heißen die Luftkissenboote, die einem schnell von einer zur anderen Insel bringen) dauerte nur knapp eineinhalb Stunden. Bereits bei unserer Ankunft im Hafen waren wir überzeugt, dass wir unsere Entscheidung nicht bereuen würden. Agíos Kírkios, der Hauptort der Insel, ist ein beschauliches kleines Städtchen mit ein paar engen Gässchen und einigen Geschäften. Entlang der Hauptstraße finden sich mehrere Cafés und kleine Restaurants. Nach einem ersten Rundgang und einem kleinen Frühstück machten wir uns auf, einen Roller zu mieten.
Da es offensichtlich nur einen Verleih gab, hatten wir nicht die Qual der Wahl, mussten aber geduldig warten, bis dieser mit einer halben Stunde Verspätung öffnete. Entgegen unseren bisherigen Erfahrungen auf griechischen Inseln, sprach man hier kaum englisch, aber schließlich gelang es uns doch noch, die notwendigen Formalitäten zu regeln.
Wir starteten unsere Fahrt Richtung Nordküste und die Landschaft, die auf der zunehmend ansteigenden und kurvenreichen Straße an uns vorüber zog, nahm uns in ihren Bann: Karge Steilküsten und atemberaubende Schluchten, bewaldete Berge und tiefe Täler säumten den Weg zur anderen Seite der Insel. Lange Zeit begegnete uns keine Menschenseele. Auch von einer Taverne, die wir nach einiger Zeit herbei sehnten, gab es in den kleinen Orten, durch die wir hindurch kamen, weit und breit keine Spur. So mussten wir bei der ersten Tankstelle, an der wir vorbei kamen, mit einer Dose Cola Vorlieb nehmen. Unser Ziel, das Fischerdorf Évdilos, das übrigens den zweiten Fährhafen der Insel beheimatet, erreichten wir nach einer etwa dreistündigen, zugegebener Maßen doch etwas anstrengenden, Rollerfahrt. Wir nahmen uns ein Zimmer im Hotel (viel Auswahl gibt es da nicht), ruhten uns ein bisschen aus und fuhren zum Baden an den nur wenige Kilometer entfernten Strand von Gialiskári: Weißer Sandstrand, blaues Meer und ein gigantischer Wellengang, dazu karibische Rhythmen aus den Lautsprechern der mit Bambus gedeckten Strandbars ließen uns fast vergessen, dass wir uns auf einer griechischen Insel im Urlaub befanden. Den Abend beschlossen wir in einer Taverne mit Blick über den Hafen von Evdílos.
Da wir für den zweiten Tag schon wieder unsere Rückfahrt nach Samos geplant hatten, machten wir uns nach dem Frühstück wieder auf in Richtung Südküste. Die Hauptverkehrsstraße auf Ikaría führt praktisch einmal rund um die Insel, so konnten wir unsere Route vom Vortag einfach fortsetzen. Wir machten noch einen Abstecher zum Kurort Thérma (östlich von Agíos Kírikos) wo sich heiße Radonquellen befinden und man lauter Menschen in Bademänteln antrifft. Noch etwas weiter nordöstlich liegt der schöne Strand von Fanári. Dort gibt es nur wenige Ferienhäuser. In einer Taverne, direkt am Meer, legten wir noch einmal eine Pause ein, bevor wir uns auf den Rückweg zum Hafen machten.
Die Rückfahrt mit der Fähre war noch eine Geschichte für sich. Diese möchte ich auch gar nicht mehr in allen Einzelheiten schildern. Nur so viel: Wie in allen Reiseführern empfohlen, sollte man sich stets frühzeitig darüber informieren, ob die Fähren zu den angegebenen Zeiten auch tatsächlich verkehren.
Ein Reisebericht von Lastminute Globus Reisen
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