Überblickt man die unbedingte Form der Gedichte und sucht nach den Inhalten im alltäglichen Umfeld, wird man unweigerlich auf verarbeitete Liebesgedichte in der populären Musik treffen - mit jeder Menge prägnanter Zeilen, die alle für sich als Liebessprüche durchgehen. Dazu kommt die Vielzahl von Vertonungen klassischer Meisterwerke durch die so genannten, ernsthaften Komponisten - in Einzelliedern, Liederzyklen, wie auch in Libretti für Oper, Singspiel und Musical … bis hin zu einzelnen Songs als Begleitmusik zu Filmwerkenoder für sich stehenden Videoclips.
In den Sprachgebrauch unserer alltäglichen Kommunikation haben viele Zeilen aus berühmten Lyriktexten und noch mehr kurze Sprüche Eingang gefunden … original zitiert („Meine Ruh ist hin, mein Herz ist schwer …“) oder auch bis fast zur Unkenntlichkeit verzerrt. („Nachtigall … ik hör" Dir trapsen!“) Bildung zeigt sich erfahrungsgemäß über die Belesenheit eines Gesprächspartners … und über Zitate und Aphorismen kann sich jeder ein paar Bonuspunkte ergattern. Lyrische Texte stehen immer dann vorne an, wenn es um Gefühl, Anteilnahme und romantischen Ausdruck geht. Es macht einfach Spass -gerade in unserer schnelllebigen, hektischen Zeit, die nach Schema 0-1 per Bits und Bytes zu funktionieren hat- ein paar Zitate aus dem Ärmel schütteln zu können, die jeder irgendwann einmal gehört oder gar gelernt, eventuell aber längst wieder vergessen hat. Ein wenig Goethe hier, ein bisserl Shakespeare da … der geschickte Gesprächspartner kann heute überraschen, wenn er nicht im "Geh" ma zu Dir oder zu mir? Frag" ich jetzt und hier!" hängen bleibt.
In jeder Buchhandlung liegen diese kleinformatigen Schmückbändchen aus, die sich bestens als kleines Mitbringsel oder auch als Geschenkbeigabe eignen. Und viele davon haben das große Thema zum Inhalt: Liebe.
Es gibt wohl kein Thema in der Literatur, das mehr Leser erreicht. Selbst Sehnsucht (und die damit verbundenen Schrecken der Verwüstung und des Todes) wird niemals die Vormachtstellung der Liebe brechen können …