Der Abriss sollte verhindert werden, aber 2006 war es dann doch soweit: alles wichtige Hab und Gut war aus dem ehemaligen Bediensteten Wohnungen der JVA Anrath geräumt und die Bagger begannen damit, ihre gnadenlose Aufgabe zu erfüllen.
Anrath ist entsetzt!
Nachdem die Fotografinnen Laura van der Hoven und Beate Krempe viele Male die Baustelle passiert hatten, brachten sie dann schließlich im Oktober 2006 ihre Kameras mit.
Zuerst ging es ihnen darum festzuhalten, was hier einmal war, doch dann wurde viel mehr daraus. Als sie sich über das Abrissgelände bewegten, fanden sie eine Vielzahl an Spuren, die an die Menschen erinnern, die hier einmal gelebt hatten. In den halben Häusern, aufgebrochen und nun einsehbar wie Puppenstuben bekamen sie eine Ahnung von dem Leben, das hier einmal stattgefunden hatte.
Völlig ahnungslos bildete der strahlend blaue Himmel an diesem Tag eine atemberaubende Kulisse. Das Wechselspiel zwischen Schönheit und Entsetzen nahm an diesem Nachmittag seinen Lauf.
In den Fotos sieht man nicht nur den Schrecken der Zerstörung, die Kraft und Gewalt der Abrissbagger oder Traurigkeit. Es spiegelt sich der Charme des Vergänglichen wieder, melancholische, fast liebevolle Blickwinkel tun sich den Fotografinnen auf.
Die Fotografien, an diesem wundervollen und gleichzeitig beklemmenden Tag im Oktober 2006 in Anrath entstanden sind, zeigen Laura van der Hoven und Beate Krempe am 18. Juni 2010 ab 20.00 Uhr im Versicherungsbüro Peter Küppers, Kirchplatz 4-6, Willich/Anrath.