Die aktuelle Bundesliga Saison 2007/2008 in Österreich gehört bisher zu den spannendsten in der jüngsten Geschichte. Nach dem 18. Spieltag sind die ersten sieben Klubs nur durch sechs Punkte voneinander getrennt. Österreichs Rekordmeister, der SK Rapid Wien belegt nach eben diesem 18. Spieltag den vierten Platz und der Gewinn der Meisterschaft scheint kein Ding der Unmöglichkeit.
Rapid musste wie schon einige Male zuvor die Mannschaft auch vor Beginn dieser Meisterschaft wieder verjüngen. Trotz einer finanziell lukrativen Champions League Teilnahme in der Saison 2005/2006 und dem Verkauf von Andreas Ivanschitz um kolportierte 4 Millionen Euro wurden jüngst wieder finanzielle Schwierigkeiten eingestanden. Eigentlich schade, dass der österreichische Rekordmeister und Publikumsmagnet Nummer 1 nicht schafft potente Sponsoren an Bord zu holen. So ist man alle paar Jahre wieder gezwungen die besten Spieler zu verkaufen um das Budget zu decken.
In dieser Saison hat Rapid allerdings nach zwei Jahren Durststrecke wieder die Möglichkeit ganz vorne mitzuspielen. Grund dafür ist vor allem, dass die Millionentruppe von Budgetkrösus Red Bull Salzburg nach wie vor nicht ordentlich in Tritt kommt und auch Lokalrivale Austria Wien zwar an der Tabellenspitze steht, doch zuletzt wieder einige Punkte lassen musste. Der Rest der Liga präsentiert sich äußerst ausgeglichen und so verwundert es auch kaum jemanden, dass der Aufsteiger LASK reelle Chancen hat um den Meistertitel mitzuspielen.
Ob Rapid tatsächlich nach wieder den Meistertitel erobern kann hängt vor allem davon ab, ob man wieder zur gewohnten Heimstärke zurückfinden kann. Diese Saison musste man im heimischen „St. Hanappi“ bereits bittere Niederlagen gegen Sturm Graz (1:5) und den Provinzklub Altach (0:2) einstecken. Auch das 4:4 gegen den LASK kostete zwei wertvolle Punkte im Rennen um die Meisterschale. Auswärts konnten die Grün-Weissen aus Wien bislang überzeugen und liegen in der Auswärtstabelle nach 9 Spielen auf Rang 3. Abgesehen davon wird viel davon abhängen ob Rapid von Verletzungsproblemen verschont bleibt, denn die Personaldecke ist nur in der Abwehr dick. Fallen Leistungsträger im Mittelfeld oder Sturm aus, so bieten sich Trainer Peter Pacult kaum adäquate Alternativen.
Als offizielles Saisonziel gaben die Verantwortlichen bei Rapid vor Saisonstart das Erreichen eines UEFA Cup Platzes an. Kennt man die Rapid Fangemeinde allerdings etwas näher, so weiß man, dass für den Rekordchampion nichts anderes als der Meistertitel zählt. Diese Saison könnte es wieder einmal so weit sein. Die Buchmacher sind jedoch nach wie vor der Meinung, dass am Ende – wie letztes Jahr – Red Bull Salzburg vorne stehen wird. Wer etwas mit Fussballwetten vertraut ist, der könnte bei Quoten um die 8 auf einen Meisterschaftssieg der Wiener durchaus eine kleine Summe riskieren