Kluge Eltern kaufen Kinderbücher
Kluge Eltern lesen vor
Die Vorstellung von Kindheit, wie wir sie heute kennen, als eine Zeit der Entwicklung, eine Zeit des Lernens und vor allem der besonderen Schutzbedürftigkeit, ist noch gar nicht so alt. Erst im Laufe der Renaissance, also etwa ab dem 14. Jahrhundert und vor allem im Zeitalter der Aufklärung im 18. Jahrhundert, in welchem die Pädagogik dramatisch revolutioniert wurde, entwickelten sich allmählich die Ideale der Kindererziehung, mit denen wohl die meisten von uns aufgewachsen sein dürften und die wir heute an unsere Kinder weitergeben.
Dazu gehören Fürsorge, Wärme, aber auch die altersgerechte Förderung der kindlichen Fähigkeiten. Und Letzteres beinhaltet unter anderem auch das Vorlesen.
Warum ist Vorlesen so wichtig?
Zum einen liegt es auf der Hand, dass etwas vorgelesen zu bekommen die ideale Vorbereitung darauf ist, später selbst lesen zu lernen. Darüber hinaus können Kinder so spielerisch ihren Wortschatz erweitern. Und das ist noch nicht alles: Vorlesen fördert die Konzentration, das Vorstellungsvermögen und die Fähigkeit zur Perspektivenübernahme, eine besonders wichtige soziale Kompetenz. Denn wer fähig ist, sich in die Lage eines anderen hinein zu versetzen, wird mit anderen dementsprechend feinfühliger umgehen. Somit macht sich Vorlesen also auch in mehrfacher Hinsicht für die Eltern bezahlt.
Überdies belegen die sensationellen Erfolge von Autorinnen wie J.K.Rowling oder Cornelia Funke, dass die Motivation zum Lesen bei Kindern durchaus vorhanden ist, zumindest, wenn es sich um entsprechend fesselnden Lesestoff handelt.
Mut zum Buch
Nichtsdestotrotz zeigt eine Studie der Stiftung Lesen aus dem Jahr 2007, dass nur knapp ein Drittel der Eltern von Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter regelmäßig vorliest. Die Gründe dafür wurden in der erwähnten Studie nicht erörtert. Vielleicht fehlt die Zeit, etwa wenn beide Elternteile arbeiten müssen. Vielleicht wurde einigen in ihrer Kindheit selbst nicht vorgelesen. Und andere wiederum tun sich schwer damit, die Rolle des Vorlesers zu übernehmen, weil es ihnen peinlich oder unangenehm ist und sie glauben, dass ihnen das Talent dazu fehlt.
Diesen Eltern soll an dieser Stelle Mut gemacht werden. Kinder erwarten keine Oscar-reife schauspielerische Leistung oder dass ihre Eltern wie Mo, der Held aus Tintenherz, die Figuren aus Büchern im wahrsten Sinne des Wortes zum Leben erwecken. Und sie lassen sich noch viel leichter von Geschichten verzaubern als Erwachsene.
Außerdem stellen Eltern meist schnell fest, dass Vorlesen nicht bedeutet, einen langen Vortrag zu halten, dem Kinder still und leise zuhören. Vielmehr entspinnt sich aus dem Monolog in der Regel ein Dialog, wenn das Kind Fragen hat oder ihm selbst etwas zur jeweiligen Geschichte einfällt. Ebenso dürfen auch Eltern ihren Vortrag auflockern, etwa mit Erinnerungen an ihre eigene Kindheit.
Die Qual der Wahl bei der Kinderbücher-Auswahl
Kinderbücher können trösten, Mut machen, Wissen vermitteln, Kindern helfen, ihren Alltag zu bewältigen, sie zum Lachen oder auch mal zum Weinen bringen. Dementsprechend riesig ist die Auswahl an Bilderbüchern, Sachbüchern und Romanen für Kinder und Jugendliche. Da fällt die Wahl oft schwer. Man mag sich darüber streiten, welche Kinderbücher für welches Alter geeignet und wie pädagogisch wertvoll sie sind. Letzten Endes ist das aber eher zweitrangig. Schließlich ist kein Kind wie das andere und was dem einen gefällt, liegt dem anderen überhaupt nicht.
Beim Kauf von Kinderbüchern gibt es außerdem noch andere relevante Auswahlkriterien. Da Kleinkinder gerne mit den Händen „mitlesen“, ist es zum Beispiel bei Bilderbüchern wichtig, dass diese robust und ordentlich gebunden sind.
Aus eben diesem Grund und weil Bilderbücher ziemlich teuer sind, darf man diese auch guten Gewissens secondhand kaufen. Ebenso ist es wichtig, dass die Entscheidung für ein bestimmtesBuch von Eltern und Kindern gemeinsam getroffen wird. Und dass die Lektüre beiden Parteien gefällt.
Denn ein Buch vorzutragen, das man selbst mag, ist die Grundvoraussetzung dafür, ein herausragender Vorleser zu werden.
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