ein Artikel von schulpower.de
besuchen Sie auch unseren Blog: Schulpower Blog
Ich habe bin eigentlich schon immer eher einer von der Sorte gewesen, der stets behauptete, ich brauche keinen Lob. Als ich dann vor ein paar Tagen zu einem Vorgesetzten gebeten wurde bekam ich zittrige Knie. Ich überlegte, ob ich in letzter Zeit irgendwas verbockt habe, konnte aber nichts finden. Dieses Gefühl legte sich aber schnell als er anfing zu reden. Er sagte mir, dass der Grund für unser Gespräch der sei, dass er mir von sich und unserer Chefin aus sagen wollte, wie zufrieden er mit meiner Arbeit ist. Er sagte es macht ihm viel Spaß mit mir zusammenzuarbeiten und das ich ein sehr angenehmer Mensch bin.
Glauben Sie mir, ich bin ein selbstbewusster Mensch, aber in diesem Moment wusste ich nicht mehr was ich sagen sollte.
Was glauben Sie? Wenn ein Lob schon bei einem Erwachsenen solche Gefühle auslöst, was bewirkt es dann erst bei einem Kind? Es besteht kein Zweifel, dass ein Kind mit einem Lob, zur richtigen Zeit ausgesprochen, einen enormen Schub für sein Selbstbewusstsein erhält.
Auch beim Lernen oder Lernstandserhebungen spielen Lob und Anerkennung eine maßgebliche Rolle. Schade nur, dass bei einem Diktat nach wie vor nur die Fehler und nicht die richtigen Worte gezählt werden. Wäre es hier nicht sinnvoller dem Kind mitzuteilen, was es alles richtig und nicht falsch gemacht hat?
Wann ist aber ein Lob angebracht? Entgegen vieler Schulen, wo es schon als positives Feedback angesehen wird, wenn der Schüler nicht gerügt wird, werden in vielen deutschen Elternhäusern wahre Lobeshymnen für das Kind veranstaltet. Leider gilt hier nicht der Leitsatz "Viel hilft viel!". Zu viel von etwas ist in den überwiegenden Fällen nicht gut. Zu viel Fernsehen macht faul, zu viel Schokolade essen macht dick und zu viel Alkohol macht krank.
Problematisch wird es spätestens dann, wenn Ihr Kind von der Außenwelt nicht die selbe Aufmerksamkeit erhält. Diese Diskrepanz kann sehr schnell verwirrend für ein Kind sein. In einigen Fällen können dabei schon bei den jungen Erwachsenen schwerwiegende Probleme bei der Selbsteinschätzung entstehen.
Versuchen Sie ein Lob immer nur dann auszusprechen, wenn es auch wirklich angebracht ist. Ein Lob, welches das Kind glauben lässt, dass man es unterschätzt, kann auch schnell ins Gegenteil ausschlagen. Es macht keinen Sinn einem 12jährigen dafür zu loben, dass er fein seinen Teller aufgegessen hat.
Ein gutes Lob sollte möglichst objektiv und beschreibend sein. Sie könnten beispielsweise das aufgeräumte Zimmer Ihrer 4jährigen Tochter mit folgenden Satz quittieren: "Du hast alle deine Spielsachen wieder dahin geräumt, wo sie vorher waren. Jetzt macht es mir richtig spaß in dein Zimmer zu kommen."