Matterhorn
Kürzlich beging Andrei Iwohn mit einem Freund den Höhenweg rund um Zermatt. Wir hatten einige Hütten für diese Tour bereits im Vorfeld ausersehen. Der Höhenweg muß einzig und allein dazu angelegt worden sein, dem grandiosesten aller Gipfel demütig zu huldigen. Der Pfad, überwiegend einfach zu gehen, kaum anspruchsvollere oder gar gefährlichere Passagen aufweisend, bietet dauerhaft phantastische Panoramen und wechselnde Perspektiven auf diesen fulminant-ästhetischen Koloss erster Güte.
Auf recht hohem Niveau, sich überwiegend zwischen 2.000 und 3.000 Metern um Zermatt herumschlängelnd, sind an dieser Perlenkette gemütliche und gut beköstigende Berggasthäuser und Hütten mit Übernachtungsmöglichkeiten wie an einer Perlenkette aufgereiht. Wir stiegen nach einem amtlichen, an Schweizer Charakter nicht zu überbietenden Frühstück direkt aus der Ortsmitte (Post) über die bereits exponiert gelegenen Refugien „Edelweiss“ und „Berggasthaus Trift“ auf, kosteten den erstmals erhaschten Anblick des Matterhorns auf einer langen Höhenwegspassage weidlich aus und erreichten das Ziel des ersten Tages, die abgelegene, absolut empfehlenswerte Schönbielhütte (2.694 Meter). Hier gab es beste abendliche 3-Gänge(!)-Küche, einen leckeren schottischen Whisky als Gute-Nacht-Trunk, eine unruhige Nacht und beim Freund erste blasenhafte Anzeichen an den Füßen. Der zweite Tag sah die Hörnlihütte zu Füßen des Matterhorns vor. Anschließend das Schwarzsee-Hotel und Übernachtung, da wir wegen später Ankunft die Gandegghütte nicht mehr erreicht hätten.
Am nächsten Morgen 7 Uhr Aufbruch zum Breithorn (4.160 m) und anschließend zum Riffelberg. Von nun an war es auch vorbei mit Romantik – dem majestätischen Matterhorn und seinen Gipfelkollegen allein verdankten wir die Aufrechterhaltung des beseelten Gefühls. Ansonsten dominierten nun die Liftanlagen, die urbanisierten, dem winterlichen Skizirkus unterworfenen Felsareale und zunehmend auch Touri-Ströme in besorgniserregender Weise. Tiefpunkt am letzten Tag rund um den Gornergrat die mit der Gornergratbahn heraufgekarrten Zusammenballungen von vorrangig japanisch sprechenden Reisegruppen. Wir machten, dass wir wegkamen, wandten uns gen Monte Rosa, Liskamm und Gornergletscher und sogen die letzten Züge hochalpinen, freiheitlichen Sauerstoffs ein, bevor wir nahe Sunnega den Kreis um Zermatt schlossen. Fazit: Inmitten berauschenden Gebirges eine herrliche Hüttentour auf schönem Höhenweg - solange man nordöstlich des Matterhorns oder in den Gletschern oder zumindest oberhalb 3.000 Metern ü.M. bleibt. Iwohn, Andrei
Kontaktperson : Iwohn, Andrei E-Mail : admin@andreiiwohn.de
|