Namens- und Ahnenforschung auf privaten Homepages.
Private Homepages dienen in erster Linie dazu, sich einen breiten Internetpublikum zu präsentieren. Nicht selten gehört zu dieser Präsentation auch ein Stammbaum oder Informationen zur Herkunft des eigenen Namens. Vor allem Besucher aus den USA interessieren sich häufig für die eigene Herkunft und versuchen über das Internet entfernte Verwandte zu finden.
Einen eigenen Stammbaum zu erstellen, erfordert viel Recherche und Geduld. Die Kenntnis von Geburts-, Tauf- und Hochzeitsdaten spielen dabei eine große Rolle, weil in den dabei erstellten Dokumenten auch die Eltern, Verwandte, Trauzeugen etc. vermerkt sind, mit deren Daten man sich wiederum weiter in die Vergangenheit bewegen kann. Für die Ermittlung von entfernteren Vorfahren aus sind Grundlagen im Lesen altdeutscher Schrift (Sütterlin) unabdingbar, da die Eintragungen in alten Dokumenten und Kirchenbüchern in altdeutscher Schreibschrift vorgenommen wurden.
Wenn man genug Daten zusammengetragen hat, kann mit der eigentlichen Erstellung des Stammbaumes begonnen werden. Im Internet kursiert viel Software, die das Erstellen von Stammbäumen erleichtert. Diese Software ist nicht einmal teuer - Versionen mit eingeschränkter Funktionalität werden wie beispielsweise die Legacy Standard Edition der Firma Millennia kostenlos angeboten. Außerdem gibt es noch reichlich Freeware, wie Ahnenblatt oder GeneWeb.
Bei der Software sollte vor allem darauf geachtet werden, dass Genealogie-Standard-Dateiformate, wie das GEDCOM-Format ein- und ausgelesen werden können; dadurch können Daten, die von anderen Personen nachrecherchiert wurden, einfach zum eigenen Stammbaum hinzugefügt werden.
Auch die Darstellung des eigenen Stammbaums auf der private Homepage ist kein Problem, sofern der Provider die Nutzung von PHP-Skripten und einer mysql-Datenbank erlaubt. So liest beispielsweise die kostenlose Software PhpGedView GEDCOM 5.5 Dateien und stellt deren Inhalt mit PHP als Webseiten dar.
Wenn die Herkunft des Nachnamens nicht auf der Hand liegt, wie bspw. bei Müller, Fischer, Metzger, ist es nützlich festzustellen, wie der Nachname innerhalb Deutschlands verbreitet ist. Dabei hilft die kostenlose Software Geogen. Geogen hat für den Nachnamen Habermehl beispielsweise eine starke Verbreitung in Hessen ermittelt. Eine Recherche bei Google ergab, dass Haber im süd- und oberdeutschen Hafer bedeutet. Der Nachname scheint also mit Hafermehl gleichbedeutend zu sein. Weitere Recherchen zum Namen Hafermehl ergeben, dass dieser Name, ebenso wie Haferstroh oder Haferkorn von Haferbauern betragen wurde.
Sollte sich der Nachname nicht so leicht herleiten lassen, so bleibt noch die Möglichkeit sich mit weiteren Trägern des Namens in Verbindung zu setzen. Weitere Hinweise liefern die Suche im Internet nach Onomastik oder eine Nachfrage bei der "Gesellschaft für deutsche Sprache".