Neurodermitis früzeitig erkennen
Was ist Neurodermitis?
Das Wort Neurodermitis bedeutet "Hautentzündung", weil man fälschlicherweise vermutete, dass eine Nervenentzündung die auffälligen Hautveränderungen verursacht.
Neurodermitis gehört zu den häufigsten Hautkrankheiten, in Deutschland leiden zwischen zwei und zehn Prozent der Bevölkerung an Neurodermitis. Ein hoher Anteil davon betrifft Kinder.
Je früher Neurodermitis auftritt, desto gutartiger ist ihr Verlauf. Es kann sogar zu Rückbildungen kommen. Das Risiko, einen Rückfall zu erleiden, bleibt jedoch ein Leben lang bestehen. Zudem erkranken 50% aller Neurodermitiker im Laufe ihres Lebens an allergischen Atemwegserkrankungen (Asthma). Da die Neurodermitis auch chronisch verlaufen kann, sollte eine frühzeitige Behandlung durch einen Dermatologe erfolgen.
Die Haut leidet bei Neurodermitis
Neurodermitis-Haut ist viel trockener als normale Haut. Sie besitzt weniger Feuchtigkeit und Hautfett als nötig. Die Bildung der hauteigenen Fettstoffe (Ceramide) ist stark behindert. Diese haben die Aufgabe, Wasser in der Oberhaut zu speichern. Fehlen die Ceramide, so trocknet die Haut aus, sie wird rauh und neigt zur Schuppung. Bei den betroffenen Patienten führt dies zu dem andauernden Juckreiz.
Von Neurodermitis betroffene Kinder kratzen sich die Haut oft wund bis blutig, die Haut verliert Ihre Schutzfunktion gegen Keime und kann sich entzünden. Außerdem kann sie nun nicht mehr genügend Schweiß absondern, sie wird schlechter durchblutet und schützt schlechter gegen Kälte und Wärme. Ein Kreislauf beginnt, denn als Folge juckt die Haut dann noch mehr und wird empfindlich gegen andere Hautkrankeiten neben der Neurodermitis.
Die Neurodermitis beginnt bereits im Säuglingsalter als sogenannter Milchschorf in der Regel nach dem dritten Lebensmonat. Sie zeigt sich meist im Gesicht, besonders auf den Wangen und am Kopf. Es bilden sich Hautrötungen, die stark jucken und auch von feinen Hautschuppen bedeckt sein können. Die Haut ist extrem trocken, da bei den erkrankten Säuglingen die schützenden Eigenschaften des Talgs nicht vorhanden sind.
Erkennung der Neurodermitis
Um Neurodermitis zu erkennen müssen mehrere Untersuchungen durchgeführt werden. Der erste Schritt ist die Anamnese. Es wird gefragt, ob sich in der Familie Verwandte mit Allergien oder einer bereits erkannten Neurodermitis befinden. Der Hautarzt führt eine gründliche körperliche Untersuchung durch. Oft geben die Körperstellen mit den Haut-Veränderungen Hinweise, ob es sich um ein atopisches Ekzem handelt.
In einem weiteren Schritt wird mit dermatologischen Tests überprüft, ob der Patient auf Allergene mit einer akuten Immunantwort reagiert. An ersten Stelle stehen Substanzen wie Hausstaubmilben, Nahrungsmittel, Blütenpollen und Tierhaare. Diese Allergene werden aufgelöst und durch winzige Kratzer in die Haut eingebracht (Pricktest).
Nach der Diagnose kann eine geeignete Behandlung der Neurodermitis begonnen werden. Dazu sollte in schwierigen Fällen eine spezialisierte Hautklinik aufgesucht werden, da eine Hilfe viel Erfahrung voraussetzt.
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