Sie galten früher als anrüchig, fast schon als unseriös: die Partnervermittlung. Ihnen haftete der Ruf an, der letzte Ausweg für diejenigen zu sein, die sich verzweifelt nach einem Partner bzw. einer Partnerin sehnten, die aber einfach nicht in der Lage waren, auf normalem Wege solch eine(n) kennen zu lernen, sei es, dass sie zu schüchtern waren, sei es, dass es ihnen an Attraktivität mangelte. Das schlechte Image der Partnervermittlung hat sich allerdings in den letzten Jahren grundlegend gewandelt; heute wird so ein Partnerinstitut als ganz gewöhnliche Firma gesehen, die eine Dienstleistung anbietet, und zwar eine auf hohem Niveau. Denn eins steht fest: Diejenigen, die sich heute an ein solches Institut wenden, sind keine normalen Menschen von der Straße, sondern gebildete, gut verdienende Akademiker und Akademikerinnen, die perfekten Service gewohnt sind. An ein normales Eheanbahnungsinstitut (die existieren heute natürlich auch noch) würden diese Menschen sich nie wenden; sie ziehen es vor, von einem echten High-Class-Institut vertreten zu werden.
Dafür, dass immer mehr junge, gut ausgebildete Damen und Herren sich an ein Partnerinstitut wenden, gibt es übrigens einen ganz einfachen Grund: Die gestiegenen Anforderungen an den Job. Befindet man sich in gehobener Position, reicht es einfach nicht, von 8 bis 16.30 Uhr zu arbeiten, den Griffel fallen zu lassen und sich anschließend auf die Partnersuche zu begeben. Man muss länger im Büro, im Labor, in der Kanzlei oder in der Agentur bleiben, und wenn man dann abends nach Hause kommt, hat man häufig nicht mehr den Elan, um auszugehen und sich unter die Leute zu mischen. Da wendet man sich dann doch lieber an ein High-Class-Institut.