Bei der Entwicklung und/oder Konstruktion von technischen Produkten gibt es viele Risiken, die geeignet sind, den zeitlichen und monetären Rahmen zu sprengen und die letztlich zum Scheitern der Produktrealisierung führen können.
Bevor Sie also mit der Umsetzung beginnen, sollten Sie sich diese Risiken bewusst machen und eventuell Gegenmaßnahmen ergreifen. Es gibt dafür auch fertige Methoden, die sie für bestimmte Bereiche der Risiken verwenden können (z.B. FMEA = Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse). Letztlich sollten sie aber zumindest folgende Bereiche bewerten:
Qualität des Lastenheftes /Pflichtenheftes: Diese Dokumente beschreiben die Eigenschaften und Funktionen des Produktes. Je besser und genauer das Produkt in diesem Dokument definiert ist, desto genauer und damit qualitativ besser können Sie nun die Risikoanalyse machen. Ohne Lastenheft ist eine Risikoanalyse nicht möglich!
Bewerten Sie dann auf Basis des Lastenheftes schrittweise folgende Themen:
Kann die Funktion / Eigenschaft technisch realisiert werden?
Habe ich die notwendige technische Ausrüstung und Werkzeuge zur Umsetzung verfügbar?
Gibt es Risiken bei der Umsetzung einer Funktion/Eigenschaft?
Für welche Funktionen / Eigenschaften sind Versuche notwendig?
Für welche Funktionen / Eigenschaften benötigt man externe Hilfe?
Welche kaufmännischen Risiken birgt eine verspätete Fertigstellung der Produktentwicklung?
Welches Risiko erwächst aus einem negativen Produktrealisierungsabschluss, das heißt, was blüht mir, wann das Produkt nicht realisiert wird.
Risiko bei Ausfall eines wichtige Mitarbeiters im Produktrealisierungsprozess
Ist die Produktrealisierung im Projekt organisiert - mit vielen Mitarbeitern eventuell noch verteilt über den Globus- müssen Sie sich auch über Risiken des menschlichen Miteinanders Gedanken machen. Dazu gehören:
Risiken des Informations- und Wissenstransfers
Risiken in der Zusammenarbeit der Projektgruppen (Mentalität)
…
Risiko…
Bewerten Sie jedes Risikofeld und sichern Sie sich entsprechend ab.
Projekte und Produktentwicklungen scheitern im überwiegenenden Maß nicht an der technischen Machbarkeit sondern an SoftFacts (menschliche Probleme der Zusammenarbeit, Machspielereien,..) und Desorganisation im Projekt.
Mit der Risikoanalyse haben Sie ein Werkzeug zur Organisation des Produktrealisierungsprozesses in der Hand und minimieren damit Ihr Geschäftsrisiko erheblich.
PS: FMEA = Fehler Möglichkeits und Einflussanalyse
Die Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse ist eine Methode zur Analyse von Fehlerrisiken. Sie dient der systematischen Risikoanalyse bei der Produktentwicklung (Konstruktions FMEA). Ziel der Methode ist das Erkennen, Nachvollziehen, Eingrenzen und Abstellen von potentiellen Schwachstellen und Risiken und somit die Vermeidung von Fehlern bei der Produktentwicklung und im fertigen Produkt selbst.
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