Wer kennt das nicht? Es ist Samstag abends, man putzt sich schön raus, legt den schärfsten Fummel an und geizt nicht mit dem Duftwässerchen, das die ganze Woche über ihr Dasein auf der Abstellfläche über dem Waschbecken fristet.
So dann wartet man nur darauf, von seinen Freunden abgeholt zu werden, um dann im vollbesetzten Auto munter die nächst gelegene Disco anzusteuern. Der Grund für die ausgelassene Stimmung an Bord rührt aber nicht vom eventuell bei der Fahrt genossenen Bier und ganz sicher nicht von der Vorfreude auf die Musik, die dort von DJ Uli, Ernst oder ein mit irgend einem anderen Vornamen betitelter Soundaufleger, spielen wird. Vielmehr ist man guter Dinge, dort endlich die amoröse Durststrecke zu beenden und einen netten Menschen des bevorzugten Geschlechts kennen zu lernen. In der Praxis aber enden solche Abend meist doch frustrierend. Denn es ist dort doch zu dunkel, zu laut, um sich zu unterhalten, und sollte es trotzdem gelingen, in Begleitung den Veranstaltungsort zu verlassen, so stellt man oft erschüttert fest, dass man für diesen Menschen nur etwas empfinden konnte, weil man ihn weder richtig sehen noch sich mit ihm vernünftig unterhalten konnte.
Eine Alternative hierzu stellen Kontaktanzeigen dar, die heutzutage auch per SMS geschickt werden können. Zwar fällt hier zunächst einmal das optische Moment weg, dafür kann man jedoch klar und deutlich lesen, was der andere zu sagen hat. Wer es schafft, auf Kontaktanzeigen mit 160 Zeichen zu antworten, und Interesse zu wecken, ist bestimmt für Überraschungen gut, aber wohl in den seltensten Fällen für böse.