Meine erste „Telefonate“ über Videokonferenzsysteme, welche über ISDN zum Einsatz kamen, hatte ich im Jahre 1997. Da wurden meine Teamkollegen zusammen geholt, um unsere Auftraggeber aus der Schweiz, aus Deutschland und aus Österreich mit uns in Newcastle akustisch und visuell an einen Tisch zu versammeln.
Schon damals waren die Videokonferenzsysteme keine bloßen Audiokonferenzsysteme (wie z.B. konventionelle Telefone) mehr. 1997 in Newcastle waren die Videokonferenzen noch immer ein etwas lustiges Unterfangen, weil die Bewegungen beim Gesprächspartner am anderen Ende der Leitung immer mit einer gewissen Verzögerung ankamen (im Gegensatz zu den akustischen Signalen), was regelmäßig zu bizarren Situationen führte.
Die Vorteile von Videokonferenzsystemen sind offensichtlich. Diese können Stunden lange Autofahrten und stundenlanges Stehen im Stau vermeiden. Die Technik hilft dabei, Zeit und Raum zu überwinden. Ansatzweise findet dies auch schon per Telefon statt. Aber die Möglichkeit seinem Gesprächspartner bei der Verhandlung direkt ins Gesicht sehen zu können, befördert die Qualität der Kommunikation. Dieser Nutzen ist nicht von der Hand zu weisen.
Nach den Terroranschlägen des 09. Novembers wurden den Herstellern die Videokonferenzsysteme aus der Hand gerissen. Viele Manager, die zuvor noch glaubten, man käme ohne Geschäftsreise nicht mehr aus, wurden in der Folgezeit eines auf jeden Fall eines Besseren belehrt. Die Kehrseite der Medaille ist sicher, dass man aufgrund der vielen heute stattfindenden Videokonferenzen, sich nur noch halb so viele Geschäftsessen genießen darf wie in früheren Jahren. Videokonferenzsysteme sparen ergo auch Kalorien.
Meyer, Klaus-Martin
Kenaf