Webkultur
Kultur gibt es in den verschiedensten Formen und ist nicht zwingend an die klassischen, die wir kennen, gebunden. Trotzdem werden die traditionellen Kulturangebote, wie Oper, Museum und Theater gerne in Anspruch genommen. Aus diesem Grunde ist auch die Funktion der Künstlervermittlung eine solch wichtige, da sie als Schnittstelle zwischen kulturellem Veranstalter und Publikum dient. Es ist davon auszugehen, dass dieser traditionelle Teil der kulturellen Sphäre nicht aussterben, sondern das Bedürfnis danach steigen wird.
Da Kultur nicht an vorgegebene Formen gebunden ist, ist verständlich weshalb es eine Erweiterung in die virtuelle Welt des Netzes gegeben hat, so dass man von regelrechten Netzkultur sprechen kann. Das Internet ist dabei, eine eigene, gänzlich andersartige Kulturwelt zu entwickeln. Ausgehend von einer Idee des Web 2.0 erschließt sich die Netzkultur den Bereich der Interaktivität: Der User kann direkt an Kulturformen partizipieren sowie sich selbst ins Szene setzen. Die Grenze zwischen dem Kunstnießer und dem Kunstschaffenden ist eingeebnet worden. Da die Kommunikation im Web so einfach und schnell wie nirgens möglich ist, kann jeder Netzkünstler seine Kunst problemlos "an den Mann bringen". In vielen Artikeln zu diesem Thema wird die Web-Kultur als - nicht unbedingt neues aber - zusätzliches Forum für Kultur betrachtet, andererseits aber wirkt diese neue Form auf die alten, traditionellen Kulturformen zurück.
Wenn Kultur nicht mehr vom sozialen Stand, der Finanzsituation des Einzelnen und der Verfügbarkeit, vor allem der räumlichen, abhängt, kann man behaupten, dass sie gänzlich dem individuellen Interesse entspringt respektive auf dieses zurückgeführt wird. Diese Chancen werden jedoch durch die negativen Aspekte des Informationszeitalters, in dem wir laut den Gesellschaftswissenschaften leben, bedroht. Nicht nur wird es für das Individuum schwierig, mit dem Überfluss an Informationen umzugehen, auch das Vorhandensein sovieler verschiedener Informationen begünstigt eine Wahrnehmung scheinbarer Beschleunigung gesellschaftlicher Zustände. So ist eine Lebensform bereits veraltet, wenn sie "in der Masse" fußgefasst hat. Die Strukturierung von Angebot und Nachfrage ist deshalb für die Betreiber der Webkultur in Anpassung an diese Verhältnisse eine der Hauptaufgaben. Andererseits ist es gerade im Zuge von Web 2.0 an den Einzelnen gegeben, sich selbst als kulturelles Ereignis in Szene zu setzen. Jeder ist berufen, sich selbst darzustellen und zu vermarkten. Der User wird zum Musiker, Tanzenden oder gar Schauspieler, der aber stets in der Gefahr ist, sein Publikum nur zufällig zu finden. Konzepte der Selbstvermarktung gibt es auch für das Internet, doch nehmen nur Wenige sie in Anspruch.
Jedoch muss gesagt werden, dass diese Entwicklung zwar eine Zunahme der kulturellen Quantität bedeutet, jedoch nicht zwangsläufig eine der Qualität. Da jeder Internetbenutzer die Möglichkeit besitzt, sich selber in irgend einem Aspekt zum Künstler zu bringen, ist verständlich, dass die künstlerische Leistung, die mit den traditionellen Kulturformen einhergeht, nicht geleistet werden kann. Da das Bedürfnis nach professioneller Kultur nicht nachgelassen hat, sondern sich geradewegs durch die Zunahme der Webkultur verstärkt, ist die Arbeit der Künstleragentur, die gerade die klassischen Formate als Träger der Hohen Kultur vermittelt, in besonderer Weise gefragt.
Kontaktperson : Werner Bauer E-Mail : ich-pflege-meinen-garten@web.de
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