Weinbau
Weinbau heißt Kulturgut, Tradition und Lebensstil, oft Familientradition mit Weingütern die teilweise hunderte von Jahren alt sind. Auch die Weinbauern von heute bewirtschaften Ihre Weingüter nach alter Tradition jedoch oft im Zusammenspiel mit modernster Kellertechnik. Die Ansprüche an den Weinberg und die Weinqualität werden fast ausnahmslos fortgesetzt und der moderne Weinberg stellt eine Intensivkultur dar.
Bewahrte Tradition und moderne Elemente tragen bei vielen Weinerzeugern heute zu ihrem Erfolg bei und der Zwiespalt zwischen Qualität und Quantität ist nicht immer einfach zu bewältigen. Der naturnahe Weinbau ohne viel Zusatz an chemischen Düngemitteln gewinnt immer mehr an Bedeutung und nicht nur deshalb sind deutsche Weine im Weltweinmarkt immer mehr gefragt.
Dank intensiver Forschung ist es hierzulande gelungen, die Weinqualität ganz entscheidend zu verbessern. Doch bis es soweit ist, sind im Weinanbau viele Arbeitsgänge notwendig, bis die Weinflasche schlussendlich beim Weintrinker ankommt.
Im Frühjahr herrscht in den Weinbergen absolute Hochsaison. Aber auch etwa im Juni – je nach Weinbauregion – beginnt für den Weinerzeuger eine intensive Arbeitsphase. Die unerwünschten Triebe des Weinstockes müssen entfernt werden, damit der Wuchs gefördert wird. Fruchtansätze werden abgeschnitten, damit der Weinertrag gemindert wird und im Herbst gute Weinqualitäten erzielt werden.
Ab Mitte August wachsen bei uns die Weintrauben deutlich heran und je nach Witterung beginnt etwa Mitte bis Ende September die Weinlese. Diese ist zur Erlangung von Beerenauslese oder Trockenbeerenauslese zwingend von Hand erforderlich und ob die Reife erreicht ist oder nicht, das bestimmt schlussendlich der Winzer. Die Lese ist zweifelsohne der Höhepunkt im Weinjahr, bis der gereifte Wein jedoch im Weinkeller landet, ist es noch ein weiter Weg.
Der Zeitpunk des Erntebeginns erfordert viel Fingerspitzengefühl. Die Trauben sollten so viel wie möglich an Zucker angesammelt haben, gleichzeitig aber sollte der Säuregehalt auch nicht zu stark gesunken sein. Wichtig ist dabei auch, dass die Trauben schnell und möglichst ohne Verletzungen auf die Kelter gebracht werden, denn austretender Traubensaft oxydiert rasch.
Weißwein in hohen Weinqualitätsstufen, aber auch große Rotweine werden so lange wie möglich am Weinstock belassen. Der Zuckergehalt des Weines wird heute meist mit einem Handrefaktometer gemessen und der Wert wird in Öchsle-, Brix- oder Baumé-Graden abgelesen. Zu viel Zucker ergibt alkohollastige Weine, zu viel Weinsäure dagegen ergibt einen „flachen“ Wein.
B. Gloger gloger|at|marketingbigbucks.com