Wie kürzlich eine große deutsche Wirtschaftszeitschrift berichtete, liegen dem deutschen Kartellamt Berichte vor, aus denen hervorgeht, dass die vier großen deutschen Stromversorger E.on, Vattenfall, RWE und EnBw geheime Preisabsprachen getroffen haben.
Laut diversen Berichten sollen die führenden Köpfe dieser vier Unternehmen sich bereits seit Jahren zu geheimen Gipfeltreffen verabreden, um dort die Strompreise für die Verbraucher abzusprechen. Da wird sich wohl kaum noch jemand wundern, warum auch ein Wechsel des Stromanbieters nicht mehr viel bringt. Das der gesamte deutsche Markt unter diesen vier Stromriesen aufgeteilt ist, ist ja schon lange bekannt. Doch dass diese nun auch untereinander Preisabsprachen treffen und damit jeglichen Wettbewerb auf dem Markt verhindern, schockierte sowohl das Kartellamt als auch die ganze Nation.
So will das Kartellamt nun gegen diese unzulässigen Preisabsprachenvorgehen. Ob dem dann tatsächlich so sein wird, bleibt abzuwarten. Vor allen Dingen, wenn man einigen Berichten Glauben schenkt, die besagen, dass sich die Stromriesen nicht nur gegen diese Vorwürfe wehren und jede Schuld von sich weisen, sondern vielmehr behaupten, dass derartige Informationen dem Kartellamt schon lange vorlägen. Außerdem hätte sich bisher keine Behörde gerührt und sei gegen die Preisabsprachen vorgegangen. Ob diese Aussage von einem betroffenen Unternehmen nun der Wahrheit entspricht oder nicht, sei dahin gestellt. Allerdings wirft eine solche Aussage doch viele Fragen auf.
Glaubt man solchen Darstellungen, bleibt es wirklich fraglich, ob es in Deutschland überhaupt noch eine funktionierende Wirtschaft, einen fairen Wettbewerb auf dem Markt gibt. Denn laut diesen Aussagen scheinen ja nicht einmal die staatlichen Kontrollinstrumente mehr zu greifen. Es bleibt die Frage für Bürgerinnen und Bürger, für ernsthafte Unternehmen, die dem Markt durch Wettbewerb mehr Vorteile bringen wollen, ob es in Deutschland überhaupt noch möglich ist, seriöse Geschäfte zu betreiben. Vielmehr scheint es so, als sei das ganze Land von Korruption bedeckt. Das Kartellamt sollte ursprünglich gegen solche Verdrängungswettbewerbe vorgehen, doch was bleibt, ist ein Zweifel. Denn bei Vorliegen eines mehr als 30 Seiten umfassenden Berichtes, der genau diese Aussagen zu den Preisabsprachen glaubwürdig darstellt, sollte das Kartellamt doch schon längst einmal gehandelt haben. Zumal es aus den Reihen der Energieversorger heißt, dass dieser Bericht bereits seit mehr als einem Jahr vorliegen soll – und zwar direkt beim Kartellamt.
Wer jedoch wirklich auf der Strecke bleibt, das sind die Verbraucher. Die wenigsten von ihnen können sich gegen derartige Machenschaften wehren bzw. haben den Mut dazu. Vielmehr nehmen sie alles hin und haben kaum eine Chance aus dieser Preisschraube heraus zu kommen.